Freitag, 26. November 2010

In einem 30-Milliliter-Tintenfass haben 171‘073 Wörter Platz (Achim Schollenberger 1998 im Selbstversuch mit dem Wort »Wort«): Ja, es gibt ganz sinnvolle Kunst! (Es lebe der verzauberte All-Tag!)
Glücklich sein, ich soll öfter glücklich sein? Aber ich bin doch glücklich; immer so lange, bis ich wieder weinen muss.

Mittwoch, 17. November 2010

Tote Maler können nicht malen. Viele lebende auch nicht.
Können wir alternative Welten denken?
Der Mensch zur Katze: Glaubst du, dass Katzen in den Himmel kommen? Denn im Himmel soll man glücklich sein. Und ohne Katzen wäre ich nicht glücklich.
Die Katze: Aber wenn ich auch im Himmel noch Menschen um mich habe, bin ich nicht glücklich.

Dienstag, 16. November 2010

Wo die Gesellschaft einer möglichen Dynamisierung durch Literatur sich beharrlich entzieht, sollte man vielleicht eher Dynamit anwenden. (Wortdynamit)
Das Gedächtnis der meisten, die sich für Elefanten halten, ist das einer Mücke.
Goethe ist ein Maar, Freud ein Brunnen. Schiller ein Bach und Kafka ein tiefer Waldteich. Thomas Mann ein Kanal – und Thomas von Aquin die Pisse in allen.
Dieses unermessliche Leid ein bisschen fühlbar machen.

Montag, 15. November 2010

Als Gefangener ist mit der Zeit nur noch von Bedeutung, was im Gefängnis drin geschieht, die Außenwelt wird mehr und mehr zu einer Art Zeitungsmeldung ohne Belang. Sind deshalb Autoren, die in einem total kontrollierten Staat schreiben, meist zu sehr nur noch für sich selbst und ihre Mitbürger wichtig? Ist das in der Schweiz so? Ist das bei mir so, da ich in mir gefangen bin, gegen die Welt stehend?
Rock’n’Moll.

Sonntag, 14. November 2010

Viele Selbsttötungen von ordinären Menschen scheitern vielleicht daran, dass sie in einem Abschiedsbrief, den sie der Nachwelt meinen schuldig zu sein, nichts zu sagen haben. (Ja, ich habe Dostojewski gelesen.)
Es ist schon eigenartig: Mein Großvater kommt aus Schwarzenberg, mein Großpapa aus Schwarzsee: Ich muss einfach eine dunkle Seite in mir haben.
30 Kilo Sprengstoff ist in der Schweiz pro Kopf vorhanden. Und dann sind da die Deppen, die darauf noch stolz sind: Auch für sie sind 30 Kilo da!; als wär’s ihr’s. Und nicht gegen sie.
Die Leute mit ihren Redefehlern, die eigentlich Denkfehler sind, drehen alles ins Euphemistische; es muss ›zurückverdreht‹ werden, damit es heißt, was es meint: Staatschef → Schadskleff. (Bitte was?)
Das derzeit so oft herbeizitierte ›Abendland‹ kennt keine kriegerischen Absichten gegen andere Religionen, andere Staaten? Und was ist mit: »Kein schönrer Tod ist auf der Welt als wer vorm Feind erschlagen.«? (Vorm Feind??) (Weitere Beispiele gibt es zu Tausenden.)

Samstag, 13. November 2010

Warten auf Dodo ...

Donnerstag, 11. November 2010

Wenn wir nicht im Laufe der Entwicklung lernen, unsere Destruktionstriebe von unseresgleichen abzulenken oder überhaupt umzuwandeln, wenn wir fortfahren, einander wegen kleiner Verschiedenheiten zu hassen und um einen kleinen Gewinn zu erschlagen, wenn wir die großen Fortschritte in der Beherrschung der Naturkräfte immer wieder für unsere gegenseitige Vernichtung ausnützen, welche Zukunft steht uns da bevor? (Die Antworten bitte an die Damen und Herren Politiker)

Mittwoch, 10. November 2010

Das Mythische, das ahnte Lovecraft, ist letztlich nicht erzählbar, weil jede Erzählung ihren Stoff gegenwärtig macht, der Mythos aber immer schon vergangen ist.
All dies, was ich ›wahr‹ nenne: Es ist ein Leben, gesehen und geführt mit Verve und Empathie.
Mehr Freirhythmiker als Steifstrophler!