Die Schriftstellerin: Und was willst du damit sagen?
Dienstag, 20. Oktober 2026
Der männliche Berliner: Wer kapert nach Analysen des Französischen Staates die Proteste der Schüler? Sprich: Wer eigentlich wurde festgenommen, weil er schwere (sic! – die leichteren Strafvergehen werden gar nicht mehr geahndet, weil die Polizei zu wenig Personal hat) Straftaten durch Ausschreitungen beging ... und damit vom eigentlichen Protest ablenkt? – Laut Analyse zum kleineren Teil Linksextreme, männlich wie weiblich, die zum so genannten Schwarzen Block gezählt werden müssen; zum größeren Teil aber junge männliche Migranten, die einen Hass auf den Staat und die ‹Reichen› haben, weil man ihnen seit Jahrzehnten einredet, sie würden vom Staat liegen gelassen (was so nicht stimmt; der französische Staat investiert seit längerer Zeit schon massiv in die Banlieus, allerdings meist nur mit punktuellem Erfolg, weil viele Bauten entweder effektiv bald zerstört oder sogleich von Banden gekapert werden). Alles nachzulesen einerseits im gerade aktuellen Bericht und in der Auswertung der Sozialprogramme der Banlieus) ...
VERBOTENE TEXTE I:
BUNKER NAHE SKAUGUM, 8. MAI 1945
Der Raum riecht nach kaltem Rauch, verbranntem Papier und dem bitteren Beigeschmack der endgültigen Niederlage. Ich bin betrunken. Draußen liegt etwas weiter weg der Fjord in trügerischer Stille, während drinnen die Welt, die ich mitaufgebaut habe, in Trümmern versinkt. Berlin ist gefallen. Der Führer ist tot. Und mit ihm das Reich, dem ich mein gesamtes Dasein verschrieben habe.
Ich sitze hier, die Dienstwaffe liegt greifbar vor mir auf dem Not-Schreibtisch. Bevor ich den letzten, unvermeidlichen Schritt gehe, blicke ich zurück auf den Weg, der mich hierhergeführt hat.
Es begann alles so hoffnungsvoll. Ich war jung, ein Elektriker aus Heinsberg, geprägt vom Ersten Weltkrieg und der Schandtat von Versailles. Wir suchten nach Ordnung, nach nationaler Größe, nach einem Heilsbringer. 1924/1925 fand ich diese Bestimmung in der NSDAP, bald darauf in der SA und dann der SS. Ich stieg auf, wurde Mitglied des Reichstags, übernahm das Kommando über SS-Oberabschnitte in Preußen. Ich glaubte unerschütterlich daran, dass wir eine neue Ära für Deutschland einleiteten. Ein Tausendjähriges Reich der Disziplin und Rasse. Dafür erweitere ich ja dann das Lebensborn-Programm auf den Norden und wurde gar Herausgeber und Mitautor einer Schriftenreihe im diesbezüglichen Verlag.
1940 schickte mich der Reichsführer-SS nach Norwegen. Als Höherer SS- und Polizeiführer Nord sollte ich hier die Ordnung sichern, die germanische Verbrüderung vorantreiben, den Widerstand im Keim ersticken. Ich habe meine Pflicht getan. Ich habe die Befehle ausgeführt, die Deportationen mitorganisiert, die Rassenpolitik mit eiserner Hand durchgesetzt. Für Zweifel war kein Platz im Kopf eines SS-Obergruppenführers. Ein Befehl war Gesetz. Treue war unsere Ehre.
Doch wo endet diese Treue heute? Sie endet in einer bedingungslosen Kapitulation. Die Alliierten stehen vor den Toren. Reichskommissar Terboven und ich – wir wissen, was uns erwartet. Ein Prozess vor einem feindlichen Gericht, die öffentliche Zurschaustellung, die Demütigung. Ein schmachvoller Tod durch den Strang der Sieger. Das ist kein Abgang für einen General der Waffen-SS.
Ich habe mein Leben dem Nationalsozialismus gewidmet. Wenn dieses Ideal stirbt, habe auch ich kein Recht und kein Begehren mehr zu leben. Ich bereue nicht die Härte, die ich gezeigt habe, aber ich sehe die absolute Sinnlosigkeit des Weiterlebens in einer Welt, die von unseren Feinden beherrscht wird. Der Vorhang fällt.
Es bleibt nur noch die letzte Pflicht an mich selbst: den Zeitpunkt meines Endes selbst zu bestimmen. Ein letzter Gruß an das Ideal, an das ich geglaubt habe.
Ich nehme die Pistole in die Hand. Das Metall ist kalt. Ein tiefer Atemzug. Es ist bald vorbei. Und die letzten Reste wird Terboven an die Wände sprengen.
Ich sitze hier, die Dienstwaffe liegt greifbar vor mir auf dem Not-Schreibtisch. Bevor ich den letzten, unvermeidlichen Schritt gehe, blicke ich zurück auf den Weg, der mich hierhergeführt hat.
Es begann alles so hoffnungsvoll. Ich war jung, ein Elektriker aus Heinsberg, geprägt vom Ersten Weltkrieg und der Schandtat von Versailles. Wir suchten nach Ordnung, nach nationaler Größe, nach einem Heilsbringer. 1924/1925 fand ich diese Bestimmung in der NSDAP, bald darauf in der SA und dann der SS. Ich stieg auf, wurde Mitglied des Reichstags, übernahm das Kommando über SS-Oberabschnitte in Preußen. Ich glaubte unerschütterlich daran, dass wir eine neue Ära für Deutschland einleiteten. Ein Tausendjähriges Reich der Disziplin und Rasse. Dafür erweitere ich ja dann das Lebensborn-Programm auf den Norden und wurde gar Herausgeber und Mitautor einer Schriftenreihe im diesbezüglichen Verlag.
1940 schickte mich der Reichsführer-SS nach Norwegen. Als Höherer SS- und Polizeiführer Nord sollte ich hier die Ordnung sichern, die germanische Verbrüderung vorantreiben, den Widerstand im Keim ersticken. Ich habe meine Pflicht getan. Ich habe die Befehle ausgeführt, die Deportationen mitorganisiert, die Rassenpolitik mit eiserner Hand durchgesetzt. Für Zweifel war kein Platz im Kopf eines SS-Obergruppenführers. Ein Befehl war Gesetz. Treue war unsere Ehre.
Doch wo endet diese Treue heute? Sie endet in einer bedingungslosen Kapitulation. Die Alliierten stehen vor den Toren. Reichskommissar Terboven und ich – wir wissen, was uns erwartet. Ein Prozess vor einem feindlichen Gericht, die öffentliche Zurschaustellung, die Demütigung. Ein schmachvoller Tod durch den Strang der Sieger. Das ist kein Abgang für einen General der Waffen-SS.
Ich habe mein Leben dem Nationalsozialismus gewidmet. Wenn dieses Ideal stirbt, habe auch ich kein Recht und kein Begehren mehr zu leben. Ich bereue nicht die Härte, die ich gezeigt habe, aber ich sehe die absolute Sinnlosigkeit des Weiterlebens in einer Welt, die von unseren Feinden beherrscht wird. Der Vorhang fällt.
Es bleibt nur noch die letzte Pflicht an mich selbst: den Zeitpunkt meines Endes selbst zu bestimmen. Ein letzter Gruß an das Ideal, an das ich geglaubt habe.
Ich nehme die Pistole in die Hand. Das Metall ist kalt. Ein tiefer Atemzug. Es ist bald vorbei. Und die letzten Reste wird Terboven an die Wände sprengen.
DIE NEUEN MERCEDES-STERNE ... EINE SZENE
Sie (erregt): Früher haben die kuhlen Jungs (und einige noch kuhlere Mädchen) Mercedes-Sterne von ebenjenen Kühlerhauben gebrochen – das galt dann als besonders ‹aufrührerisch› und ‹gegen die angepasste Gesellschaft›. Warum? Weil es eine Auflehnung gegen die Erwachsenenkultur war, die ein Randalieren ohne Grund immer verurteilte ... und sich diese Erwachsenen eben so schön aufregten. Ich selbst fand diese grundfreie Auflehnung schon damals doof.
Heute sind die Sterne ersetzt worden durch die PALÄSTINA-Flagge. Viele, die sie schwingen oder sich in ihrem Umfeld bei Demonstrationen befinden, können nicht einmal sagen, wo Gaza genau liegt oder welcher Fluss und welches Meer bei «Flom se riverr to se zea» gemeint sei. Sie erwählen sich die Flagge halt einfach als Kennzeichen des Aufstands gegen die ‹alten Säcke›, gegen die Welt der Argumente und Belege (und demnach als vermeintliches Schlachtzeichen gegen das ‹System› [echter Kampf wäre ja wirklich etwas Wichtiges]). Und entsprechend reagieren wir ja dann auch.
Noch schlimmer aber sind jene Erwachsenen (nach den Teen- und Twen-Jahren), die dabei mittun. Bei ihnen hat diese billige, ewige Auflehnung fast immer etwas von der Unreife und Unakzeptanz des eigenen Älter-Werdens ...
Alles in allem sollte man das einfältige Palästina-Fahnenschwingen mit etwas mehr Gelassenheit sehen. Es ist schlicht eine Provokation, die eben funktioniert, drum wird sie immer wieder gewählt. Aber erst, wenn sie alle ein Fahnenschwingen mit totaler Nacktheit (stellvertretend für Anderes) kombinieren werden wollen, wird es wirklich voll gaga sein. Doch dann reißen ihnen die strenggläubigen Moslems bestimmt selber die Flatterei von den nackten Titten, Schwänzen und Arschbacken. Noch so gern.
Er (ruhig): Warum das am Ende noch anfügen?
Montag, 19. Oktober 2026
BEIM LESEN DES SCHWEIZERISCHEN EMINEM oder WIE MAN WIRD, WAS MAN (EH) WIRD (BZW.: WAS MIT EINEM GESCHIEHT).
Das von Pinar (Werde, der du bist) abgeleitete Wort Friedrich Nietzsches, Wie man wird, was man ist, sollte korrekter lauten: Werde, was du wirst oder Wie man akzeptiert, was man wird. Denn man hat ja kaum eine wirkliche Kontrolle über sein Leben und muss stets mit allem rechnen.
Vor allem ist es der Hauptgrund allen Denkens: Ich BIN; ich HABE MICH aber NICHT (ganz), sprich: Selten kann ich mich völlig akzeptieren oder wenigstens erfassen; darum eben sind wir im ständigen WERDEN. Klar, Nietzsche hat schon auch recht: Was man tief innen ist, muss man sich (meist) erst erkämpfen. Denn wenn man es schon zu früh wäre ... oder wenn man sich eben durch praktisch keine (krankheits- oder verlustbedingte) Änderungen kämpfen muss ... so wird man sich selten den großen Fragen des Lebens stellen und kaum auf der Suche sein/bleiben.
Sonntag, 18. Oktober 2026
Samstag, 17. Oktober 2026
Der Kafka-Experte: ... Und so ist die TOTENINSEL von Arnold Böcklin, wenn man das Bild auf den Kopf stellt, nichts anderes als der Unterleib einer Dame mit zwei Beinansätzen und dem Schamhaar exakt in der Mitte; selbst der Mons Pubis ist bei genauerer Betrachtung ganz klar auszumachen. Etwas, was bei Adalbert Stifter hinter dem Vorhängchen hätte hangen können ...
Der klarkopp'ge Studiosus: Ach was.
Robert Louis Stevenson muss vermutlich hellsichtig gewesen sein: Sein Buch TREASURE ISLAND (DIE SCHATZINSEL) spielt in der Mitte des 18. Jahrhunderts, also um 1750; aufgrund einiger erschließbarer Geschehnisse eher ein paar Jahre später. Da es 1883 als Buch erschienen ist, liegt die Handlung also gut 130 Jahre in der Vergangenheit. Wenn man diese Anzahl Jahre ab Erscheinen des Buches in die Zukunft spiegelt, landet man in den 2010er-Jahren. Und da wird einem dann auch schnell bewusst, dass mit der Insel quasi die ... ebenfalls gespiegelte UK, also mehr oder minder [mir ist bewusst, dass Irland nicht zur UK gehört] die Britischen Inseln, gemeint sein müssen. Weil heute kann man da wirklich einfach hin ... und findet Schätze. Ganz egal, woher man kommt, es gibt in verschiedenen Institutionen für alle etwas (auch ich habe das zu mir Gehörende bekommen!) ... Das war 1998 oder 2006 oder 2007 noch nicht so – aber 2012, 2015, 2019 & 2024 und bis heute schon!
Freitag, 16. Oktober 2026
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