Freitag, 1. Mai 2026
Wenn mir Förderungsorte, Leserinnen & Leser oder Rezensionen erzählen wollen, dass ich doch besser so schreiben solle, dass es mehr Menschen anspräche, denke ich immer an das folgende Zitat von Karl Ritter (1888–1977), einem bekannten deutschen Filmregisseur, Produzenten und Drehbuchautor während der NS-Zeit: »Der Weg des deutschen Films wird kompromißlos dahin führen müssen, daß jeder Film im Dienst der Gemeinschaft, der Nation und unseres Führers stehen muß.« Oder im Sinne der Mitmenschen, des Ländleins und der seligen Politik ... oder so.
Ist es Ironie oder Hohn des Schicksals, dass der letzte große Film, der im Dritten Reich gedreht wurde (der also über Drehbuch und Planung oder allenfalls Probeszenen hinauskam), »Das Leben geht weiter« war?! (Er wurde zumindest als »Der letzte Film des Dritten Reichs« bekannt und dokumentiert.) Oder war es zynisch, dass er eigentlich das ›Leben‹ im Titel führte, aber die Bevölkerung in den letzten Kriegstagen als Durchhaltepropagandamittel dahingehend motivieren sollte, alles zu opfern, nötigenfalls eben auch das Leben?
Immerhin zeigte er – anders als frühere NS-Filme – Verwüstungen im eigenen Land (kurios: Berlin ›davor‹, also vor den Bombenschäden, musste extra im Studio nachgebaut werden, so zerstört war es schon ...).
Noch kurioser: Genau dieser Film mit dem Titel hat nicht überlebt.
Kostprobe aus dem Dialog: »Ich esse doch so gerne Kartoffelpuffer!« ruft Ewald laut Drehbuch und Gundel erwidert: »Ich habe einen Bärenhunger; ich esse mindestens ein Dutzend.« Vielleicht liegt das Niveau daran, dass Josef Goebbels das Treatment selbst geschrieben haben soll. Der lag in jener Zeit irgendwo zwischen Lähmung und Hoffnung (»Bald kommt die Gefrierbombe!«) und musste periodisch beim Führer vorsprechen, um sich Mut anzusammeln ...
Ich bin im Sprachmeer geboren, in mir wörtelt es stetig. So mag es vielen doof erscheinen, unerwachsen oder was auch immer; aber stets dann, wenn mich eine nackte Brust berührt, denke ich an die TITANIC – weil: Titt à Nick. Und so geht es mit vielen weiteren Wörtern in den absurdesten Momenten, etwa während einer Hirnoperation (2024/2025/2026).
[Echt stolz Nummer x + z]
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