Samstag, 2. Mai 2026

Ein Happy End ist in Schwarz-Weiß-Filmen ja meist die Kontradiktion zum ganzen Film – aber nie mehr als in den typischen TRAMP-Filmen Charlie Chaplins. Wir schauen den Film ja nicht fürs Happy End – und wenn wir könnten, würden wir all das zuvor wie in einem Loop ewig erhalten. Das Nächstbeste davon wäre die Konservierung einer der einprägendsten Szenen, sie wie einzufrieren. Meines Erachtens tut Chaplin dies (zumindest unbewusst) in »The Gold Rush«, als er in circa der 55. Minute in der einen Hütte nahe der Goldgräberstadt wie ewig eingefroren aussieht – nicht in Schnee und Eis, sondern in Federn und Mehl. Die herumfliegenden Federn und das Mehl, in seiner Freude hat er Mehlsack und Kissen aufgerissen, lassen ihn in seiner Einsamkeit aussehen wie in einer Schneekugel. Aufbewahrt auf ewige Zeiten. So ist es dann wohl auch kein Zufall, dass diese Szene von genau jener Frau aufgebrochen wird, mit der er am Ende dann zusammen ist, dem kitschigen Happy End. Sie unterbricht also schon dort unser beginnendes Einprägen der Einsamkeit in der Schneekugel.

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