Mittwoch, 4. November 2026
Der etwas zu spezielle Schriftsteller: Worauf AI/KI vermutlich nie kommt, zumindest heute (noch) nicht, möchte ich mal darlegen ... Also: Ich lese über die altägyptische Nekropole SAKKARA, lese – obwohl es ja etwas anders ausgesprochen würde – SACK-ARA, sehe vor meinem inneren Auge eine (Abwasser-)Reinigungs-Anlage für einen Sack (= Hoden) ... und schließe also auf: möglicherweise die VAGINA. Zusammenfassung: SAKKARA = (im Extremdenkmuster) VAGINA. Das würde deshalb auch gut passen, weil die Nekropole (Thanatos), durch meine Folgerung psychologisch eng beim Eros liegend, südlich (sic! Man denke an Goethes GEN-ITALIEN) von Kairo (die Siegreiche ... im Reinigen? den Süden des Körpers verwendend?) liegt, mitten (sic!) im Gouvernement al-Dschizza, also im Gebiet des JIZZ = Spermas.
Das einfache Schweizer Volk (steht da mit offenen Mündern)
Dienstag, 3. November 2026
Montag, 2. November 2026
Sonntag, 1. November 2026
Samstag, 31. Oktober 2026
Freitag, 30. Oktober 2026
Ist THE ORVILLE von Seth MacFarlane rassistisch? Nein, nicht so, wie man zuerst denken würde: In der Raumschiff-Crew sind verschiedenartige Menschen und andere Wesen plus künstliche Intelligenzen vertreten und die Bösen sind sogar durchaus oft Weiße. Aber mehrere Sachverhalte fallen doch auf:
a) Schauspieler auf dem Raumschiff, die nicht weiß sind, müssen verhältnismäßig mehr ihr Gesicht irgendwie hinter einer (Teil-)Maske verstecken, als die in den USA «Caucasian» genannten.
b) Mehrmals bringen vor allem African-Americans eine Crew oder sich selbst aus dummen Gründen in Gefahr: Auf einem Planeten, in dem jegliches Betragen von allen anderen Menschen bewertet werden kann, verhält sich Navigator John LaMarr ausgesprochen doof: Er ‹dry-humps› eine Statue, was zumindest mich deutlich an eine negative Wertung von Schwarzen durch Vorurteile in den USA denken liess. Und die Kinder der Hauptärztin bringen durch ihren ewigen Geschwisterstreit einen Shuttle total in Gefahr und lassen ihn dadurch letztlich abstürzen.
c) Und dann ist da die Frage & Antwort: «Who would need a ship that big?» – «Persian Guy maybe. Who wants to show off at the club.»
Nein, auf den ersten Blick vertritt THE ORVILLE durchaus einen diversen Cast. Aber bei genauerem Hinhören und Hinsehen schleichen sich eben doch mit der Zeit gewisse Zweifel ein ...
Donnerstag, 29. Oktober 2026
YOU HAVE ALL THE TIME IN THE WORLD
Es begann an einem Dienstag um 14:15 Uhr, während einer dieser furchtbaren Meetings in der Agentur. Jonas starrte auf die Präsentation seines Chefs, fühlte ein plötzliches, feines Kribbeln hinter der Stirn ... wie ein elektrischer Schlag auf leisen Sohlen ... und plötzlich fror die Welt ein. Die Kaffeetasse, aus der der Chef gerade trinken wollte, blieb in der Luft hängen. Die braune Flüssigkeit aus einer umgekippten Tasse erstarrte auf dem Weg zum Rand. Die Kollegin links von ihm hatte den Mund halb geöffnet, ein stummes Lachen eingefroren wie eine bizarre Maske. Jonas stand auf. Er war allein in einem Ozean aus Wachsfiguren. – Er merkte schnell, dass er mit einem einfachen Gedanken, einem kurzen, festen Impuls in seinen Schläfen, den Zustand wieder aufheben konnte.
Es begann an einem Dienstag um 14:15 Uhr, während einer dieser furchtbaren Meetings in der Agentur. Jonas starrte auf die Präsentation seines Chefs, fühlte ein plötzliches, feines Kribbeln hinter der Stirn ... wie ein elektrischer Schlag auf leisen Sohlen ... und plötzlich fror die Welt ein. Die Kaffeetasse, aus der der Chef gerade trinken wollte, blieb in der Luft hängen. Die braune Flüssigkeit aus einer umgekippten Tasse erstarrte auf dem Weg zum Rand. Die Kollegin links von ihm hatte den Mund halb geöffnet, ein stummes Lachen eingefroren wie eine bizarre Maske. Jonas stand auf. Er war allein in einem Ozean aus Wachsfiguren. – Er merkte schnell, dass er mit einem einfachen Gedanken, einem kurzen, festen Impuls in seinen Schläfen, den Zustand wieder aufheben konnte.
Am Anfang war es ein Segen. Wenn seine Freundin Clara ihn fragte: «Findest du nicht auch, dass dieses Hemd mich dicker macht?», hielt er die Welt an. Er ging in aller Ruhe nach Hause, überlegt sich, was mögliche Antworten sein konnten und recherchierte im Internet, was andere sagten; dann atmete er tief durch und kehrte in die angehaltene Sekunde zurück. «Überhaupt nicht», sagte er mit perfektem Timing, «es steht dir fantastisch.» Clara lächelte verwirrt, als hätte sie seine Unsicherheit geahnt, aber nicht beweisen können. Wenn er Streit mit einem Kollegen hatte, klinkte er sich kurz aus. Er hielt die Zeit an, spazierte durch die Stadt, wog Argumente ab, schrieb sich Reden auf und setzte erste dann die Sekunde fort. Er parierte Angriffe mit einer geschmeidigen, fast unheimlichen Gelassenheit. Und das Beste: Während die Welt draußen stillstand, alterte er nicht. Seine biologische Uhr schien in der Pausenzone nicht zu ticken. Er war der uneingeschränkte Herrscher über das Jetzt.
Nach ein paar Jahren verschoben sich die Gewichte. Die Pausen wurden länger. Was als fünfminütige Denkphase bei einem Streit begann, dehnte sich auf Stunden aus, in denen er einfach durch menschenleere Straßen wanderte. Er mochte die absolute, schwere Stille der gefrorenen Stadt. Kein Hupen, kein Surren von Motoren, kein Flackern von Leuchtreklamen. Wenn er die Zeit dann wieder anlaufen ließ, fiel ihm der Kontrast jedes Mal schwerer. Die Stimmen seiner Freunde klangen plötzlich wie Sirenen. Das Lachen in einer Bar fühlte sich an wie das Reißen von Metall. Selbst Claras liebevolle Worte prallten wie ein Hämmern gegen seine Schläfen. «Hey, habe ich das gerade nicht schon mal gesehen?» fragte Clara ihn eines Abends, als er ein und denselben Witz zum dritten Mal in leicht variierter Form erzählte, weil er die Interaktion im Standby-Modus geprobt hatte. Ihr Blick war müde geworden. Sie spürte, dass er nicht mehr wirklich da war.
Eines Tages blieb er einfach in der Pause. Er ging nicht mehr zurück. Warum auch? Draußen gab es Pflichten, Alterung, Erschöpfung und Lärm. Hier, in der großen, eisernen Stille der eingefrorenen Realität, war alles sicher. Er sah zu, wie ein herabfallendes Herbstblatt auf halbem Weg zum Boden schwebend mittendrin wie festgefroren festlag. Er setzte sich auf eine Parkbank, schloss die Augen und genoss das Nichts. Die Jahre zogen an ihm vorbei – oder eben nicht. Jahrzehnte vergingen in seiner Welt; für sie Welt blieb es derselbe Nachmittag, derselbe wehende Wind, derselbe graue Himmel.
Nach tausend Jahren in der Stille wusste er nicht mehr genau, wie sich ein Herzschlag anfühlte, der nicht von ihm selbst kontrolliert wurde. Er ging durch die Stadt. Manche Häuser kannte er in- und auswendig, welche Stelle von Moos überwuchert war, welche Gebäude von Baugeländern umfasst – eingefroren in ihren Momenten des Umbruchs.
Irgendwann wanderte er durch eine Baustelle im Zentrum. Die Luft roch nach altem Staub und rostigem Eisen. Über ihm hing eine schwere, graue Masse aus Beton und Stahl – ein gigantischer Block, der sich in den letzten Sekunden von einem maroden Kran gelöst hatte und nun, seit einem Jahrtausend, träge der Schwerkraft entgegenfiel. Nur wenige Meter über seinem Kopf. Jonas blieb stehen. Er blickte nach oben in die starre, graue Unterseite des Blocks. Er dachte daran, wie es klingen würde, wenn der Lärm zurückkehrte. Wie sich die Wärme einer echten, nicht simulierten Sekunde anfühlen würde, selbst wenn sie Schmerz bedeutete. Er war müde vom Ewigen. Er war müde von der Abwesenheit des Lebens. Er schloss die Augen, entspannte seine Stirn und dachte das kleine, vergessene Wort, das er so lange nicht mehr benutzt hatte: Los.
Beim Sexualtrieb, den Mussolini offenbar besaß, hätte er eigentlich einen kilometerhohen Geschlechterturm bauen lassen sollen. Immerhin stammt er aus Predappio, einem Ort, der wie Bologna in Emilia-Romagna liegt. Denn das, also Bologna, sah zumindest im Mittelalter aus wie ein Haufen stehender Pimmel, derart viele Geschlechtertürme gab es dort. Und er, Mussolini, wäre wohl auch eher mit Nordkaukasiern ausgekommen, im Gegensatz zu Adolf Hitler – denn die bauen ebenfalls schon ewig ihre Kaukasischen Türme. Joint to Joint, dick to dick halt.
Mittwoch, 28. Oktober 2026
Der Extremist (erzählt seinen Versuch eines Witzes): Die Regierung in Berlin beruhigt die Bevölkerung: ‹Keine Angst, liebe Leute, es läuft alles nach Clan.›
Sein Augenherz: Okay. Das war das letzte Mal. Tschüss.
Das einfache Schweizer Volk: Grandiose Literatur. Also wirklich. Dieses Gespür für zwischenmenschliche Feinheiten.
Dienstag, 27. Oktober 2026
VERBOTENE TEXTE III:
VIER STIMMEN
oder
DAS MÄRCHENHAFTE
VIER STIMMEN
oder
DAS MÄRCHENHAFTE
I. KH
Der Spaten im Lehm, die Norm, das Register, Kolonne links, zwei Schritt, Tritt halten, die Spruchkammer, die Tabelle der Arbeitsstunden. Der Geruch nach feuchtem Kalk und genormtem Holz sitzt in den Poren der Uniform, unbezahlbar die Ordnung, die jetzt im Schlamm ertrinkt, während einunddreißig Zentimeter Gefälle vermessen werden, genau wie im Erlaß vorgeschrieben, aber die Erde weigert sich, das Protokoll zu unterzeichnen. Es ist dasselbe Gefälle wie im Jahr sechsunddreißig, Bückeberg, der staubige Wind in den Fahnen, als die Spaten noch im Sonnenlicht blitzten wie poliertes Silber und die Reihen der jungen Männer wie eine Mauer aus Fleisch, Knochen und absoluter Disziplin vor der Tribüne standen. Damals riefen sie im Chor: Ein Volk, ein Reich!, und mein Stift glitt über das Papier, um die Kubikmeter Erdaushub für die Autobahnen zu erfassen, das große Werk der Begrenzung und Begradigung, die Zähmung des wilden deutschen Bodens. Doch das Licht von damals ist weg, die Jugend ist weg, weggeschmolzen in den Sümpfen vor Welikije Luki, und geblieben ist nur das feuchte, unaufhaltsame Rutschen des Hanges bei Berlin, der sich über die Gräben legt, als wollte er die Fehler in der Statistik eigenhändig korrigieren. Die Hände der Männer sind kalt, die Spatenstiele von Frost rissig, und das Metall am Hals – das höchste Kreuz, das sie zu vergeben hatten, der Deutsche Orden, das Band so rot wie das Blut, das hier gar nicht fließen dürfte, weil im Handbuch für den Stellungsbau kein Posten für Leichen vorgesehen ist – dieses Metall ist schwer, ein kaltes Gewicht auf dem Brustbein, das keine Quittung der Reichsbank ausgleichen kann.
Abteilung IV meldet Vollzug der Leere, der Papierkorb im Behelfsbüro ist voll von ungelesenen Telegrammen, die Tinte zerfließt im Regen, der von den kahlen Bäumen tropft, jeder Tropfen ein Punkt in einer Tabelle, die niemand mehr auswertet. Zwanzig Mann pro Glied stumm ins Dunkel starren und darauf warten, daß der Boden unter ihren Füßen endlich aufhört zu zittern, aber der Boden zittert weiter, weil drüben im Osten die Front zerfetzt ist wie ein alter Sack und die Ziffern im Formular B-407 die rußischen Panzer nicht aufhalten können. Ich war Generalmajor im kaiserlichen Heer, ich kenne das Handwerk des Krieges, aber dieses Ende hat keine Form mehr, keine preußische Haltung. Diese Agonie ist unorganisiert. Die Granaten löschen die mühsam gezogenen Linien aus, Reihe um Reihe, Graben um Graben, bis nichts mehr übrig bleibt als das feine Rauschen von feuchtem Papier, das im Schlamm verrottet, namenlos, stempellos, aktenlos. Die Bürokratie des Bodens hat uns eingeholt, und der letzte Bericht bleibt ungeschrieben, weil das Amt nicht mehr existiert, an das er gerichtet war, und der Reichsarbeitsdienst nur noch ein Geist ist, der durch die brennenden märkischen Wälder irrt.
II. KH
Und das Papier brennt, es brennt durch den Stoff der Tasche bis auf die nackte, schwitzende Haut, das Testament des Führers, seine Worte, mein Name darin, Karl Hanke, Reichsführer-SS, eine Würde aus totem Fleisch und ausgebrannten Ruinen, während Breslau um mich herum krepiert. Die Keller riechen nach naßem Pelz, nach der Angst der Frauen und dem dicken, kalten Schweiß der Deserteure, die an den Laternenpfählen der Schweidnitzer Straße hängen, die Schilder um den Hals im Wind schaukelnd, Ich habe mit dem Feind paktiert, Verräter, alle Verräter, ich habe sie eigenhändig zählen laßen, jeden einzelnen, um die Ordnung aufrechtzuerhalten, die Hierl in seinen Tabellen sucht. Aber hier gibt es keine Tabellen mehr, nur noch das Feuer und meine eigene, rasende Wut. Wer ist das da im Flur, ein Schatten mit Armbinde, ein Melder, ein Geist, nicht hinsehen, nicht die Treppe runter in den Ruß, wo die Rußen schon das Pflaster des Rings mit ihren Ketten zermalmen. Ich höre ihr Lachen durch die Kellerfenster, ich höre das Fauchen der Katjuschas, das den Putz von den Wänden schlägt. Magda, damals in Berlin, die Treffen im Ministerium, die glatten Parkettböden, als Goebbels noch mein Chef war und die Welt nach Parfüm und frischer Druckerschwärze roch, alles weggewischt, alles verbrannt in diesem Kessel, den sie Festung nennen.
Der goldene Ring am Finger drückt die geschwollene Haut, die Hand zittert, als ich nach der Pistole greife, aber die Pistole ist zu leicht für das Gewicht, das auf dieser Stadt liegt, dieser Stadt, die ich zur Hölle gemacht habe, damit sie mich im Flugzeug ausfliegen können, wenn die Landebahn auf der Kaiserstraße aus den Trümmern der gesprengten Barockkirchen endlich fertig ist. Die Steine rauchen noch, die Frauen mußten sie mit bloßen Händen wegschleppen unter dem sowjetischen Artilleriefeuer, ein freies Feld für meinen Start, während die Verwundeten in den Lazaretten verbrennen, weil kein Platz mehr ist für sie, kein Platz für die Jugend, die Axmann in die Schläge schickt, nur Platz für mich und dieses verfluchte Papier in meiner Tasche. Das Triebwerk der Fieseler Storch hustet im Staub, der rote Himmel drückt auf die Augen, und der Deutsche Orden an meiner Brust fängt die Reflexe der brennenden Häuser ein, ein Orden für den Untergang, eine Auszeichnung für den Mann, der eine Stadt fraß und als Gespenst wieder ausspuckte. Fliegend über den Leichen, weg von den Augen der Toten, die im Schutt liegen und das Metall an meiner Brust verfluchen, während der Funker am Boden liegt, die Batterie leer, ein ewiges Summen im Kopf, das nicht mehr aufhört, bis der letzte Schuß im tschechischen Unterholz fällt, wo sie mich im Juni wie einen Hund erschlagen werden, ohne daß jemand weiß, wer der Mann mit dem goldenen Kreuz unter dem zerrissenen Hemd war.
III. AA
Ein Summen auch hier, aber es sind die Fliegen auf den ungewaschenen Verbänden am Anhalter Bahnhof, und die Jungs, sie haben noch Milchzähne unter dem Stahlhelm, der Helm ist zu groß, rutscht auf die Nasenwurzel, wenn sie nach oben sehen, dorthin, wo Hankes brennender Himmel die Stadt verschlingt. Der Rauch schmeckt nach Pappe, nach verbranntem Fett und der Wolle der HJ-Uniformen, die viel zu dünn ist für diesen April, der sich wie der tiefste Winter in Rußland anfügt, damals, fünfundvierzig Kilometer vor Moskau, als der rechte Arm noch da war, dieses leichte, wahnsinnige Flattern im leeren Ärmel dort, wo der Knochen endete. Ein Phantomschmerz, der wie der Orden brennt, den sie mir am zwanzigsten April in den Tiefen des Führerbunkers hinuntergereicht haben, als der Chef den Kindern noch die Wangen tätschelte mit seiner zitternden, nach Medikamenten riechenden Hand. Berlin brennt wie ein Streichholz im Kellerloch, die Hitze drückt das Glas aus den Fenstern, und die Augen der Kinder sind groß wie Glasperlen, sie spiegeln die Mündungsfeuer der sowjetischen T-34 wider, sie rufen Jugend, Jugend, Reichsjugendführer, retten Sie uns!, aber der Bunker stinkt nach Urin, nach Gangrän und altem, eitrigem Verbandzeug, das wir dreimal umwickeln müssen, weil es kein sauberes mehr gibt.
Wir rennen durch die U-Bahn-Schächte zwischen Stadtmitte und Friedrichstraße, das Wasser steht uns bis zu den Knöcheln, das schwere Eisen der Gleise dröhnt über unseren Köpfen, dunkel, immer tiefer ins Dunkel, wo die Ratten zwischen den weggeworfenen Gewehren und den verlassenen Puppenwagen schwimmen. Ich habe ihnen Medaillen an die Jacken gesteckt, kleine Kreuze für kleine Hände, die kaum eine Panzerfaust halten können, habe ihnen gesagt, der Führer sieht euch, der Führer glaubt an euch, während der Führer schon als verkohlte Masse im Garten der Reichskanzlei liegt und Holz drüben in Nürnberg immer noch an seine Lügen glaubt. Ich stand neben Schmundt, ich stand neben den Großen, und jetzt stehe ich hier mit einer Hand voll halbwüchsiger Waisen im mörderischen Splitterregen. Nun liegen sie da, die bleichen Knaben, die Gesichter im Dreck der Barrikaden am Vorfeld des Reichstags, die Knochen zerbrochen wie die Schaufelstiele von Hierls Kolonnen, ein Reich aus Scherben, und ich bin der einarmige Hirte, der sie zur Schlachtbank führte, der Mann, der die Hand zum Gruß hob, während die andere Hälfte von ihm schon längst im Massengrab von 1941 verrottete und der Orden auf meiner Brust sich im trüben Wasser des Schachtes spiegelt wie ein verlorener Groschen.
IV. KH
Und das Massengrab ist hier, Beton bricht, Splitter im Auge, das Blut schmeckt salzig und vermischt sich mit dem Staub der Frankenmauer, die über uns zusammenstürzt. Die Kugel pfeift durch die morschen, brennenden Tapeten der Nürnberger Polizeidirektion, hier weicht keiner, keinen Fußbreit, wir stehen, weil der Führer es befohlen hat, und der Führer lügt nicht, niemals, auch wenn der Lautsprecher in der Ecke nur noch krächzt und die Stimme des Propagandisten im Rauschen des Äthers stirbt. Der Keller stinkt nach Pulver, nach verbranntem Fett und kaltem, bitterem Kaffee, die Taschen sind fast leer, die Läufe der Maschinenpistolen glühen, aber wir schießen weiter, schießen in den dichten Rauch hinein, wo die Schatten sich bewegen, die Schatten der amerikanischen Panzer, die Hierls Gräben überrollt und Hankes Festung einfach ignoriert haben. Die Hand an der Wand, die Ziegel bröckeln rot auf die Stiefel, rot auf den Staub, der sich auf die Lungen legt, bis das Atmen wie das Trinken von Sand ist, kein Schritt zurück, die Ehre ist der Tod.
Nürnberg, die Stadt der Reichsparteitage, die Lichterdomme von Speer, das Stampfen der Stiefel auf dem Zeppelinfeld, als wir den Geist der neuen Zeit beschworen und Julius Streicher neben mir stand, der Haß, der durch die Druckmaschinen lief, Woche für Woche, Zeile für Zeile, Haß aus Blei im Stürmer, das war mein Leben, die absolute Reinheit des Kampfes gegen den Rest der Welt. Jetzt fressen wir das Blei selbst, schlucken es hinunter wie das bittere Ende einer Geschichte, die wir uns selbst erfunden haben. Die Panzer stehen vor dem Tor, ihr Dröhnen schüttelt das Fundament, das Licht flackert und stirbt. Das Metall des Ordens auf meiner Brust – das Kreuz mit den Eichenblättern, das sie mir für meinen Fanatismus gaben – fängt den letzten Strahl Abendschein, der durch die zerschossene Schießscharte fällt, ein funkelnder Punkt im allgemeinen Untergang, das höchste Kreuz des Reiches auf der Brust eines Mannes, der gleich unter Tonnen von Schutt begraben wird, während Axmanns Kinder in den Berliner U-Bahn-Schächten ertrinken und Hanke über die schlesischen Wolken flieht. Ein gutes Sterben, ein deutsches Sterben im Trümmerhaufen der eigenen Stadt, das Fundament erschüttert, das Licht flackert und stirbt, die Wand fällt um, das Dach gibt nach, die Wand fällt auf uns, und es wird still, ganz still, und die Akte schließt sich für immer.
Nürnberg, die Stadt der Reichsparteitage, die Lichterdomme von Speer, das Stampfen der Stiefel auf dem Zeppelinfeld, als wir den Geist der neuen Zeit beschworen und Julius Streicher neben mir stand, der Haß, der durch die Druckmaschinen lief, Woche für Woche, Zeile für Zeile, Haß aus Blei im Stürmer, das war mein Leben, die absolute Reinheit des Kampfes gegen den Rest der Welt. Jetzt fressen wir das Blei selbst, schlucken es hinunter wie das bittere Ende einer Geschichte, die wir uns selbst erfunden haben. Die Panzer stehen vor dem Tor, ihr Dröhnen schüttelt das Fundament, das Licht flackert und stirbt. Das Metall des Ordens auf meiner Brust – das Kreuz mit den Eichenblättern, das sie mir für meinen Fanatismus gaben – fängt den letzten Strahl Abendschein, der durch die zerschossene Schießscharte fällt, ein funkelnder Punkt im allgemeinen Untergang, das höchste Kreuz des Reiches auf der Brust eines Mannes, der gleich unter Tonnen von Schutt begraben wird, während Axmanns Kinder in den Berliner U-Bahn-Schächten ertrinken und Hanke über die schlesischen Wolken flieht. Ein gutes Sterben, ein deutsches Sterben im Trümmerhaufen der eigenen Stadt, das Fundament erschüttert, das Licht flackert und stirbt, die Wand fällt um, das Dach gibt nach, die Wand fällt auf uns, und es wird still, ganz still, und die Akte schließt sich für immer.
Montag, 26. Oktober 2026
Sonntag, 25. Oktober 2026
Samstag, 24. Oktober 2026
Ein Wie-kann-ein-Mann-nur-so-sein-Chauvinist: More gagging, less nagging!
Sie: Ich könnte jetzt das beste Comeback ever bringen – aber du würdest es nicht mal verstehen. Also verschwende ich keine Perle vor der Sau!
Ein Wie-kann-ein-Mann-nur-so-sein-Chauvinist: Welche Sau?
Sie (schlägt sich die Hand vor die Stirn)
Freitag, 23. Oktober 2026
Bei vielen Sichtungen waren UFOs wohl einfach grobe Mouches Volantes ... bei Menschen, die noch nicht erfasst hatten, dass sie diese Glaskörpertrübungen haben (darum auch die beschriebenen Flugbewegungen: unglaublich schnell und teilweise wie im Zick-Zack; allerdings können auch Satelliten in der verzerrenden Sommerhitze so wahrgenommen werden, wie ich Ende der 1990er-Jahre im Tessin einmal sehen konnte). So kannte ich in Zürich eine Frau, die behauptete, man könne UFOs jeden Tag sehen, genauso wie die Orgon-Energie oder die Bionen Wilhelm Reichs (das Phänomen sehe ich beim Zusammenkneifen der Augen als Vorform der Mouches auch; oder durch das sogenannte Scheerer-Phänomen: winzige, sich hektisch bewegende, helle Lichtpunkte, die vor allem auf hellblauen Flächen wie dem Himmel sichtbar werden. Sie entstehen aber durch weiße Blutkörperchen, die sich durch die feinen Kapillaren der Netzhaut bewegen).
Donnerstag, 22. Oktober 2026
VERBOTENE TEXTE II:
DEUTSCHLAND, 1977
oder
PLATTHEITEN IM ALTER
Bjørkåsen ... Mehr als dreißig Jahre ist das jetzt her. Ich war ein junger Wehrmachtssoldat, gefangen in einem Krieg, den wir nicht gewinnen konnten, an einem Ort, der so unbarmherzig kalt war. Und dann war da Synni. Ihre Wärme, ihr Lächeln mitten in der Dunkelheit Norwegens. Wir wussten beide, dass unsere Zeit gezählt war. Als mein Regiment im Januar 1945 abziehen musste, ließ ich sie zurück. Ich dachte, es sei ein Abschied für immer, ein weiteres unglückliches Kapitel dieses verfluchten Krieges. Ich war mir sicher, sie hätten mich alle längst vergessen. Oder hassen gelernt. Denn nie bekam ich eine Antwort auf alle die Briefe, die ich ihr in der letzten Nacht zu senden versprach. Ach, was hatten wir zwischen Mitternacht und vier Uhr gehofft, die Zeit könnte stillstehen. Wir hielten uns umklammert, als würden wir zusammen ertrinken. Ertrinken in der fortstrudelnden Zeit. Wir weinten in der Dunkelheit. Aber all das weiß die Tochter ja nicht.
DEUTSCHLAND, 1977
oder
PLATTHEITEN IM ALTER
Bjørkåsen ... Mehr als dreißig Jahre ist das jetzt her. Ich war ein junger Wehrmachtssoldat, gefangen in einem Krieg, den wir nicht gewinnen konnten, an einem Ort, der so unbarmherzig kalt war. Und dann war da Synni. Ihre Wärme, ihr Lächeln mitten in der Dunkelheit Norwegens. Wir wussten beide, dass unsere Zeit gezählt war. Als mein Regiment im Januar 1945 abziehen musste, ließ ich sie zurück. Ich dachte, es sei ein Abschied für immer, ein weiteres unglückliches Kapitel dieses verfluchten Krieges. Ich war mir sicher, sie hätten mich alle längst vergessen. Oder hassen gelernt. Denn nie bekam ich eine Antwort auf alle die Briefe, die ich ihr in der letzten Nacht zu senden versprach. Ach, was hatten wir zwischen Mitternacht und vier Uhr gehofft, die Zeit könnte stillstehen. Wir hielten uns umklammert, als würden wir zusammen ertrinken. Ertrinken in der fortstrudelnden Zeit. Wir weinten in der Dunkelheit. Aber all das weiß die Tochter ja nicht.
Als ‹Tyskerbarna›, als Deutschenkind, hatte es das kleine Mädchen sicher nicht leicht, wenn sie überhaupt noch am Leben war. Man hatte mir ja erzählt, Synni sei kurz nach dem Krieg gestorben. Und das Kind? Ich dachte, es sei wie ihre Mutter ins Reich der Tiefe versunken. Und jetzt sitze ich hier, im Jahr 1977.
Mein Herz hämmert gegen meine Rippen wie das eines verängstigten Jungen. Alfred, du bist ein alter Mann, beruhige dich. Aber wie soll man ruhig bleiben, wenn die Toten plötzlich zum Leben erwachen?
Anni-Frid. Frida.
Ganz Europa singt ihre Lieder. Meine Tochter steht auf den größten Bühnen der Welt, strahlt im Scheinwerferlicht, und ich hatte keine Ahnung. Wenn meine eigene Nichte Andrea nicht diesen Artikel in der Jugendzeitschrift Bravo gelesen und die Puzzleteile zusammengesetzt hätte ... Ich würde immer noch glauben, mein norwegisches Mädchen existiere nur in meiner Erinnerung. Sie hat nach mir gesucht. All die Jahre. Sie dachte, ich sei auf dem Rücktransport nach Deutschland oder in den letzten Kriegsmonaten gefallen.
Gleich wird sie durch diese Tür kommen. Wie wird sie mich ansehen? Sieht sie in mir den Vater, den sie nie hatte? Oder sieht sie nur den deutschen Soldaten, dessen Erbe ihr Leben in der Nachkriegszeit so unendlich schwer gemacht haben muss? Ich habe eine eigene Familie hier in Deutschland, ein ganzes Leben aufgebaut. Und doch hat ein Teil von mir immer in den Fjorden von Narvik und dann in Schweden gefehlt.
Ich spüre, wie meine Hände zittern. Was sagt man einer Tochter, die man noch nie umarmt hat, die aber die ganze Welt kennt? Ich will kein Autogramm von dem ABBA-Star. Ich will einfach nur mein Kind sehen. Ich will ihr sagen, dass ich Synni geliebt habe. Dass sie kein Unfall war, kein bloßes Nebenprodukt des Krieges, sondern ein Kind der Liebe in einer dunklen Zeit.
Da ist ein Geräusch an der Tür. Schritte.
Gott, gib mir die Kraft. Lass mich die richtigen Worte finden. Atem holen, Alfred. Gleich siehst du sie. Deine Tochter.
Mein Herz hämmert gegen meine Rippen wie das eines verängstigten Jungen. Alfred, du bist ein alter Mann, beruhige dich. Aber wie soll man ruhig bleiben, wenn die Toten plötzlich zum Leben erwachen?
Anni-Frid. Frida.
Ganz Europa singt ihre Lieder. Meine Tochter steht auf den größten Bühnen der Welt, strahlt im Scheinwerferlicht, und ich hatte keine Ahnung. Wenn meine eigene Nichte Andrea nicht diesen Artikel in der Jugendzeitschrift Bravo gelesen und die Puzzleteile zusammengesetzt hätte ... Ich würde immer noch glauben, mein norwegisches Mädchen existiere nur in meiner Erinnerung. Sie hat nach mir gesucht. All die Jahre. Sie dachte, ich sei auf dem Rücktransport nach Deutschland oder in den letzten Kriegsmonaten gefallen.
Gleich wird sie durch diese Tür kommen. Wie wird sie mich ansehen? Sieht sie in mir den Vater, den sie nie hatte? Oder sieht sie nur den deutschen Soldaten, dessen Erbe ihr Leben in der Nachkriegszeit so unendlich schwer gemacht haben muss? Ich habe eine eigene Familie hier in Deutschland, ein ganzes Leben aufgebaut. Und doch hat ein Teil von mir immer in den Fjorden von Narvik und dann in Schweden gefehlt.
Ich spüre, wie meine Hände zittern. Was sagt man einer Tochter, die man noch nie umarmt hat, die aber die ganze Welt kennt? Ich will kein Autogramm von dem ABBA-Star. Ich will einfach nur mein Kind sehen. Ich will ihr sagen, dass ich Synni geliebt habe. Dass sie kein Unfall war, kein bloßes Nebenprodukt des Krieges, sondern ein Kind der Liebe in einer dunklen Zeit.
Da ist ein Geräusch an der Tür. Schritte.
Gott, gib mir die Kraft. Lass mich die richtigen Worte finden. Atem holen, Alfred. Gleich siehst du sie. Deine Tochter.
Dienstag, 20. Oktober 2026
Der männliche Berliner: Wer kapert nach Analysen des Französischen Staates die Proteste der Schüler? Sprich: Wer eigentlich wurde festgenommen, weil er schwere (sic! – die leichteren Strafvergehen werden gar nicht mehr geahndet, weil die Polizei zu wenig Personal hat) Straftaten durch Ausschreitungen beging ... und damit vom eigentlichen Protest ablenkt? – Laut Analyse zum kleineren Teil Linksextreme, männlich wie weiblich, die zum so genannten Schwarzen Block gezählt werden müssen; zum größeren Teil aber junge männliche Migranten, die einen Hass auf den Staat und die ‹Reichen› haben, weil man ihnen seit Jahrzehnten einredet, sie würden vom Staat liegen gelassen (was so nicht stimmt; der französische Staat investiert seit längerer Zeit schon massiv in die Banlieus, allerdings meist nur mit punktuellem Erfolg, weil viele Bauten entweder effektiv bald zerstört oder sogleich von Banden gekapert werden). Alles nachzulesen einerseits im gerade aktuellen Bericht und in der Auswertung der Sozialprogramme der Banlieus) ...
Die Schriftstellerin: Und was willst du damit sagen?
VERBOTENE TEXTE I:
BUNKER NAHE SKAUGUM, 8. MAI 1945
oder
PLATTHEITEN DER N***-SPRACHE
Der Raum riecht nach kaltem Rauch, verbranntem Papier und dem bitteren Beigeschmack der endgültigen Niederlage. Ich bin betrunken. Draußen liegt etwas weiter weg der Fjord in trügerischer Stille, während drinnen die Welt, die ich mitaufgebaut habe, in Trümmern versinkt. Berlin ist gefallen. Der Führer ist tot. Und mit ihm das Reich, dem ich mein gesamtes Dasein verschrieben habe.
Ich sitze hier, die Dienstwaffe liegt greifbar vor mir auf dem Not-Schreibtisch. Bevor ich den letzten, unvermeidlichen Schritt gehe, blicke ich zurück auf den Weg, der mich hierhergeführt hat.
Es begann alles so hoffnungsvoll. Ich war jung, ein Elektriker aus Heinsberg, geprägt vom Ersten Weltkrieg und der Schandtat von Versailles. Wir suchten nach Ordnung, nach nationaler Größe, nach einem Heilsbringer. 1924/1925 fand ich diese Bestimmung in der NSDAP, bald darauf in der SA und dann der SS. Ich stieg auf, wurde Mitglied des Reichstags, übernahm das Kommando über SS-Oberabschnitte in Preußen. Ich glaubte unerschütterlich daran, dass wir eine neue Ära für Deutschland einleiteten. Ein Tausendjähriges Reich der Disziplin und Rasse. Dafür erweitere ich ja dann das Lebensborn-Programm auf den Norden und wurde gar Herausgeber und Mitautor einer Schriftenreihe im diesbezüglichen Verlag.
1940 schickte mich der Reichsführer-SS nach Norwegen. Als Höherer SS- und Polizeiführer Nord sollte ich hier die Ordnung sichern, die germanische Verbrüderung vorantreiben, den Widerstand im Keim ersticken. Ich habe meine Pflicht getan. Ich habe die Befehle ausgeführt, die Deportationen mitorganisiert, die Rassenpolitik mit eiserner Hand durchgesetzt. Für Zweifel war kein Platz im Kopf eines SS-Obergruppenführers. Ein Befehl war Gesetz. Treue war unsere Ehre.
Doch wo endet diese Treue heute? Sie endet in einer bedingungslosen Kapitulation. Die Alliierten stehen vor den Toren. Reichskommissar Terboven und ich – wir wissen, was uns erwartet. Ein Prozess vor einem feindlichen Gericht, die öffentliche Zurschaustellung, die Demütigung. Ein schmachvoller Tod durch den Strang der Sieger. Das ist kein Abgang für einen General der Waffen-SS.
Ich habe mein Leben dem Nationalsozialismus gewidmet. Wenn dieses Ideal stirbt, habe auch ich kein Recht und kein Begehren mehr zu leben. Ich bereue nicht die Härte, die ich gezeigt habe, aber ich sehe die absolute Sinnlosigkeit des Weiterlebens in einer Welt, die von unseren Feinden beherrscht wird. Der Vorhang fällt.
Es bleibt nur noch die letzte Pflicht an mich selbst: den Zeitpunkt meines Endes selbst zu bestimmen. Ein letzter Gruß an das Ideal, an das ich geglaubt habe.
Ich nehme die Pistole in die Hand. Das Metall ist kalt. Ein tiefer Atemzug. Es ist bald vorbei. Und die letzten Reste wird Terboven an die Wände sprengen.
Ich sitze hier, die Dienstwaffe liegt greifbar vor mir auf dem Not-Schreibtisch. Bevor ich den letzten, unvermeidlichen Schritt gehe, blicke ich zurück auf den Weg, der mich hierhergeführt hat.
Es begann alles so hoffnungsvoll. Ich war jung, ein Elektriker aus Heinsberg, geprägt vom Ersten Weltkrieg und der Schandtat von Versailles. Wir suchten nach Ordnung, nach nationaler Größe, nach einem Heilsbringer. 1924/1925 fand ich diese Bestimmung in der NSDAP, bald darauf in der SA und dann der SS. Ich stieg auf, wurde Mitglied des Reichstags, übernahm das Kommando über SS-Oberabschnitte in Preußen. Ich glaubte unerschütterlich daran, dass wir eine neue Ära für Deutschland einleiteten. Ein Tausendjähriges Reich der Disziplin und Rasse. Dafür erweitere ich ja dann das Lebensborn-Programm auf den Norden und wurde gar Herausgeber und Mitautor einer Schriftenreihe im diesbezüglichen Verlag.
1940 schickte mich der Reichsführer-SS nach Norwegen. Als Höherer SS- und Polizeiführer Nord sollte ich hier die Ordnung sichern, die germanische Verbrüderung vorantreiben, den Widerstand im Keim ersticken. Ich habe meine Pflicht getan. Ich habe die Befehle ausgeführt, die Deportationen mitorganisiert, die Rassenpolitik mit eiserner Hand durchgesetzt. Für Zweifel war kein Platz im Kopf eines SS-Obergruppenführers. Ein Befehl war Gesetz. Treue war unsere Ehre.
Doch wo endet diese Treue heute? Sie endet in einer bedingungslosen Kapitulation. Die Alliierten stehen vor den Toren. Reichskommissar Terboven und ich – wir wissen, was uns erwartet. Ein Prozess vor einem feindlichen Gericht, die öffentliche Zurschaustellung, die Demütigung. Ein schmachvoller Tod durch den Strang der Sieger. Das ist kein Abgang für einen General der Waffen-SS.
Ich habe mein Leben dem Nationalsozialismus gewidmet. Wenn dieses Ideal stirbt, habe auch ich kein Recht und kein Begehren mehr zu leben. Ich bereue nicht die Härte, die ich gezeigt habe, aber ich sehe die absolute Sinnlosigkeit des Weiterlebens in einer Welt, die von unseren Feinden beherrscht wird. Der Vorhang fällt.
Es bleibt nur noch die letzte Pflicht an mich selbst: den Zeitpunkt meines Endes selbst zu bestimmen. Ein letzter Gruß an das Ideal, an das ich geglaubt habe.
Ich nehme die Pistole in die Hand. Das Metall ist kalt. Ein tiefer Atemzug. Es ist bald vorbei. Und die letzten Reste wird Terboven an die Wände sprengen.
[Ist diese Text-Art eine gebrochene Grotesk-Schrift? Ha! So funny, bad egg ...]
DIE NEUEN MERCEDES-STERNE ... EINE SZENE
Sie (erregt): Früher haben die kuhlen Jungs (und einige noch kuhlere Mädchen) Mercedes-Sterne von ebenjenen Kühlerhauben gebrochen – das galt dann als besonders ‹aufrührerisch› und ‹gegen die angepasste Gesellschaft›. Warum? Weil es eine Auflehnung gegen die Erwachsenenkultur war, die ein Randalieren ohne Grund immer verurteilte ... und sich diese Erwachsenen eben so schön aufregten. Ich selbst fand diese grundfreie Auflehnung schon damals doof.
Heute sind die Sterne ersetzt worden durch die PALÄSTINA-Flagge. Viele, die sie schwingen oder sich in ihrem Umfeld bei Demonstrationen befinden, können nicht einmal sagen, wo Gaza genau liegt oder welcher Fluss und welches Meer bei «Flom se riverr to se zea» gemeint sei. Sie erwählen sich die Flagge halt einfach als Kennzeichen des Aufstands gegen die ‹alten Säcke›, gegen die Welt der Argumente und Belege (und demnach als vermeintliches Schlachtzeichen gegen das ‹System› [echter Kampf wäre ja wirklich etwas Wichtiges]). Und entsprechend reagieren wir ja dann auch.
Noch schlimmer aber sind jene Erwachsenen (nach den Teen- und Twen-Jahren), die dabei mittun. Bei ihnen hat diese billige, ewige Auflehnung fast immer etwas von der Unreife und Unakzeptanz des eigenen Älter-Werdens ...
Alles in allem sollte man das einfältige Palästina-Fahnenschwingen mit etwas mehr Gelassenheit sehen. Es ist schlicht eine Provokation, die eben funktioniert, drum wird sie immer wieder gewählt. Aber erst, wenn sie alle ein Fahnenschwingen mit totaler Nacktheit (stellvertretend für Anderes) kombinieren werden wollen, wird es wirklich voll gaga sein. Doch dann reißen ihnen die strenggläubigen Moslems bestimmt selber die Flatterei von den nackten Titten, Schwänzen und Arschbacken. Noch so gern.
Er (ruhig): Warum das am Ende noch anfügen?
Montag, 19. Oktober 2026
BEIM LESEN DES SCHWEIZERISCHEN EMINEM oder WIE MAN WIRD, WAS MAN (EH) WIRD (BZW.: WAS MIT EINEM GESCHIEHT).
Das von Pinar (Werde, der du bist) abgeleitete Wort Friedrich Nietzsches, Wie man wird, was man ist, sollte korrekter lauten: Werde, was du wirst oder Wie man akzeptiert, was man wird. Denn man hat ja kaum eine wirkliche Kontrolle über sein Leben und muss stets mit allem rechnen.
Vor allem ist es der Hauptgrund allen Denkens: Ich BIN; ich HABE MICH aber NICHT (ganz), sprich: Selten kann ich mich völlig akzeptieren oder wenigstens erfassen; darum eben sind wir im ständigen WERDEN. Klar, Nietzsche hat schon auch recht: Was man tief innen ist, muss man sich (meist) erst erkämpfen. Denn wenn man es schon zu früh wäre ... oder wenn man sich eben durch praktisch keine (krankheits- oder verlustbedingte) Änderungen kämpfen muss ... so wird man sich selten den großen Fragen des Lebens stellen und kaum auf der Suche sein/bleiben.
Sonntag, 18. Oktober 2026
Samstag, 17. Oktober 2026
Der Kafka-Experte: ... Und so ist die TOTENINSEL von Arnold Böcklin, wenn man das Bild auf den Kopf stellt, nichts anderes als der Unterleib einer Dame mit zwei Beinansätzen und dem Schamhaar exakt in der Mitte; selbst der Mons Pubis ist bei genauerer Betrachtung ganz klar auszumachen. Etwas, was bei Adalbert Stifter hinter dem Vorhängchen hätte hangen können ...
Der klarkopp'ge Studiosus: Ach was.
Robert Louis Stevenson muss vermutlich hellsichtig gewesen sein: Sein Buch TREASURE ISLAND (DIE SCHATZINSEL) spielt in der Mitte des 18. Jahrhunderts, also um 1750; aufgrund einiger erschließbarer Geschehnisse eher ein paar Jahre später. Da es 1883 als Buch erschienen ist, liegt die Handlung also gut 130 Jahre in der Vergangenheit. Wenn man diese Anzahl Jahre ab Erscheinen des Buches in die Zukunft spiegelt, landet man in den 2010er-Jahren. Und da wird einem dann auch schnell bewusst, dass mit der Insel quasi die ... ebenfalls gespiegelte UK, also mehr oder minder [mir ist bewusst, dass Irland nicht zur UK gehört] die Britischen Inseln, gemeint sein müssen. Weil heute kann man da wirklich einfach hin ... und findet Schätze. Ganz egal, woher man kommt, es gibt in verschiedenen Institutionen für alle etwas (auch ich habe das zu mir Gehörende bekommen!) ... Das war 1998 oder 2006 oder 2007 noch nicht so – aber 2012, 2015, 2019 & 2024 und bis heute schon!
Freitag, 16. Oktober 2026
DIE LEERSTELLE (Leserbrief)
Den meisten Leserinnen und Lesern, vielleicht sogar den Kritikerinnen und Kritikern, ist vermutlich nicht bewusst, dass Bücher nicht (pseudo-)ewig lieferbar sind, ja, dass die wenigsten auch nur 50 Jahre durchgehend lieferbar bleiben. Dies jedoch hat E. Y. Meyer geschafft: Sein Roman "In Trubschachen" ist seit 1973 stets greifbar. Dazu war der Autor selbst bis ins schwierige 21. Jahrhundert hinein nie bei kleinen Verlagen zuhause (zuerst Suhrkamp, dann Amman, beide bekannt dafür, Autoren zu verlegen, nicht bloss einzelne Bücher ...). Und wer dann auch noch für den Literaturnobelpreis vorgeschlagen wurde (2010 für 2011) plus mit nicht einmal 40 Jahren den Gesamtwerkspreis der Schweizerischen Schillerstiftung erhalten hat (und einen Band über ihn von Beatrice von Matt), dem sollte doch der Beitrag zumindest einer Zeitung seiner Wohnstätte zum hohen 80.Geburtstag sicher sein. Erst recht zu einem Zeitpunkt, an dem die Werkausgabe seiner Schriften, zwar auf private Initiative, aber dennoch, stetig wächst. – Aber nichts dergleichen, weder im BUND noch in der BERNER ZEITUNG. Wie einsam muss sich der Autor vorkommen, der sich doch in seinem Werk immer für Menschen eingesetzt hat, auch wenn er privat am Sonntagabend im Kreis seiner Freunde (quasi-)fürstlich gefeiert wurde? Denn wer vor dem Tode literarisch verschwindet, fühlt eine Auflösung, die über das hinausgeht, was Normalsterbliche erleiden müssen ...
Den meisten Leserinnen und Lesern, vielleicht sogar den Kritikerinnen und Kritikern, ist vermutlich nicht bewusst, dass Bücher nicht (pseudo-)ewig lieferbar sind, ja, dass die wenigsten auch nur 50 Jahre durchgehend lieferbar bleiben. Dies jedoch hat E. Y. Meyer geschafft: Sein Roman "In Trubschachen" ist seit 1973 stets greifbar. Dazu war der Autor selbst bis ins schwierige 21. Jahrhundert hinein nie bei kleinen Verlagen zuhause (zuerst Suhrkamp, dann Amman, beide bekannt dafür, Autoren zu verlegen, nicht bloss einzelne Bücher ...). Und wer dann auch noch für den Literaturnobelpreis vorgeschlagen wurde (2010 für 2011) plus mit nicht einmal 40 Jahren den Gesamtwerkspreis der Schweizerischen Schillerstiftung erhalten hat (und einen Band über ihn von Beatrice von Matt), dem sollte doch der Beitrag zumindest einer Zeitung seiner Wohnstätte zum hohen 80.Geburtstag sicher sein. Erst recht zu einem Zeitpunkt, an dem die Werkausgabe seiner Schriften, zwar auf private Initiative, aber dennoch, stetig wächst. – Aber nichts dergleichen, weder im BUND noch in der BERNER ZEITUNG. Wie einsam muss sich der Autor vorkommen, der sich doch in seinem Werk immer für Menschen eingesetzt hat, auch wenn er privat am Sonntagabend im Kreis seiner Freunde (quasi-)fürstlich gefeiert wurde? Denn wer vor dem Tode literarisch verschwindet, fühlt eine Auflösung, die über das hinausgeht, was Normalsterbliche erleiden müssen ...
Donnerstag, 15. Oktober 2026
Dienstag, 13. Oktober 2026
Von 1922 bis zu meiner Geburt sind gleich viele Jahre vergangen wie von meiner Geburt bis heute! Anders gesagt: GREASE erschien 1978 und spielt 1959. Wenn mit dem gleichen Zeitabstand heute ein Film erscheinen würde, so spielte er im Jahre 2007. Oder ... Wenn BACK TO THE FUTURE heute gemacht würde, ginge Marty zurück ins Jahr 1996!
Diese SPAM - SPAM - SPAM - SPAM, SPAM - SPAMSPAMSPAM-Scheiße wird kreativer:
Guten Tag,
ich hoffe, diese E-Mail erreicht Sie bei bester Gesundheit. Ich schreibe Ihnen im Namen der Stephen Schwarzman Foundation und freue mich, Ihnen mitteilen zu können, dass Sie für eine Spende in Höhe von 1.500.000 $ (eine Million fünfhunderttausend Dollar) ausgewählt wurden. Die Auswahl erfolgte nach dem Zufallsprinzip aus verschiedenen E-Mail-Adressen, und Ihre Adresse gehört zu den wenigen, die für die diesjährige Spende ausgelost wurden.
Bitte nehmen Sie unsere herzlichsten Glückwünsche entgegen; wir sehen Ihrer baldigen Rückmeldung entgegen.
Sie können sich unter folgendem Link über uns informieren: (https://en.wikipedia.org/wiki/Stephen_A._Schwarzman)
Für weitere Informationen senden Sie Ihre Antwort bitte an die untenstehende E-Mail-Adresse:
E-Mail: sallens@usa.com
Mit freundlichen Grüßen
Stephen Schwarzman Foundation
ich hoffe, diese E-Mail erreicht Sie bei bester Gesundheit. Ich schreibe Ihnen im Namen der Stephen Schwarzman Foundation und freue mich, Ihnen mitteilen zu können, dass Sie für eine Spende in Höhe von 1.500.000 $ (eine Million fünfhunderttausend Dollar) ausgewählt wurden. Die Auswahl erfolgte nach dem Zufallsprinzip aus verschiedenen E-Mail-Adressen, und Ihre Adresse gehört zu den wenigen, die für die diesjährige Spende ausgelost wurden.
Bitte nehmen Sie unsere herzlichsten Glückwünsche entgegen; wir sehen Ihrer baldigen Rückmeldung entgegen.
Sie können sich unter folgendem Link über uns informieren: (https://en.wikipedia.org/wiki/Stephen_A._Schwarzman)
Für weitere Informationen senden Sie Ihre Antwort bitte an die untenstehende E-Mail-Adresse:
E-Mail: sallens@usa.com
Mit freundlichen Grüßen
Stephen Schwarzman Foundation
SIC TRANSIT GLORIA MUNDI (again).
SMFS
Jane Dough: All day, every day, therapist, mother, maid / Nymph, then a virgin, nurse, then a servant / Just an appendage, live to attend him ... Jim Donut: Jeden Tag, jedes Jahr, Zahlmeister, Handwerker, Narr, / Geldautomat, Sündenbock, Versorger im feinen Rock. / Nur eine Geldbörse, leb’, um zu bleichen ...
Jane Dough: Hah! Du hast kein Rhythmus-Gefühl und nichts. Versager!
Jim Donut: Vergaser!
Jane & Jim (beide in Trance): ABC, ABC, ABC, CBD.
Montag, 12. Oktober 2026
PARENTAL ADVISORY: EXPLICIT CONTENT
Die Schiffer: Wasserratten und Land Hoes. Tipper Gore: What? What? Whaaat?!
Roger the Hat: Hey you, [Mary und einewäg] Whitehouse, haha, charade you are. You house-proud town mouse, haha, charade you are. You’re trying to keep our feelings off the street.
Tripper (sic!) Gore & Mary the fucking Whitehouse: What? What? Whaaat?!
TISCHREDE AN E.Y. MEYERS 80. GEBURTSTAG (AGAIN)
Ich habe mich gefragt, was ich beim Lesen der neueren Schriften E. Y. Meyers empfinde, was ich aus ihnen herauszulesen vermag. Und ich bin darauf gekommen, dass sie sich in einem Hauptpunkt nicht sehr von den Werken seit spätestens «Die Rückfahrt», vielleicht sogar seit «In Trubschachen» (und vielleicht wäre sogar das Foto, das den Trubschachen-Komplex ausgelöst hat, ein Anfangs-, wenn auch nicht Urpunkt) unterscheiden. Aber gerade dies dünkt mich nicht nur das Merk-Würdige, sondern sogar das Eigentliche der Werke von E. Y. Meyer zu sein ... – dass sie seit damals oder eben seit Anbeginn eine Art Alterswerk waren, ein Typus Werk, sonst eher bei – notabene hervor-ragenden (sic!) – Schriftstellern jenseits der fünfzig, der sechzig zu finden, oder zumindest jenseits der Mitte des Lebens: Denn am Ende, wenn ich all diese mit E. Y. gekennzeichneten Bücher zuschlage, am Ende ist alles voller Trauer. Als empfindsamer Leser gilt sie einerseits dem Autor selbst sowie – und irgendwie überträgt sich das gewollt und zuweilen vielleicht auch ein klein wenig ungewollt – andererseits all dem Beschriebenen, weil es eben beschrieben wird, wie es dasteht. Die Trauer gilt dem Dagewesenen, das nicht mehr ist, dem Heutigen, das bald nicht mehr sein wird, und in extremis dem Noch-Nicht von etwas, dem doch das spätere Nicht-Mehr bereits bestimmt ist. Es ist die alte Trauer von unter anderem Thomas Mann, deutlich die Hauptaussage in dessen Faust-Roman – die Klage, dass alles unter der Sonne vergehen muss. Bei E. Y. Meyer wäre es, wie gesagt, herauszuarbeiten spätestens ab «Die Rückfahrt», wie ja der Titel einem schon mit der Nase draufstösst. Und er hat naturwissenschaftlich-psychologisch doch ganz recht: Wir Empfindsamen können an das wunderbare Fortschreiten nicht mehr glauben, seit sich uns die Raum- und Zeit-Quantitäten des Universums erahnbar gemacht haben: Alles wird vom Geordneten ins immer Ungeordnetere übergehen, bis zum Wärmetod, der doch viel eher ein Kältetod heissen sollte, da es ein endgültiges Erstarren im Kalten sein wird. Und so ist E. Y. Meyer und damit uns, seinen Leserinnen und Lesern, auch die Geschichte, die Historie, wie sie (bei ihm) ‹geschrieben steht›, nur ein Schopenhauersches Semper-idem – dem nur ein Grund des Schreibens noch verbleibt: Das Aufzeigen des Lebens und Leidens jener, die ‹arm dran› sind – während es uns dann auch nichts ausmacht, dass die Rezensenten dies für sie Unverständliche verreissen, weil sie immer mehr nurmehr loben, wer «nicht wehleidig» vorliest, nur was «unsentimentale Lyrik» heisst, Texte, die offenbar «ohne Selbstmitleid» redeten – der ganze Pofel der Hitler-Jugend-Erben nach Turnvater Jahn. So sind uns auch Dokumente anderes als anderen: Wer von uns kann schon ein Dokument in die Hand nehmen ohne Melancholie? Denn es ist, ein jedes, das Scherbenstück eines Versuchs, irgendwie Gerechtigkeit zu finden in der Welt, in diesem Blitzlicht des Daseins zwischen zwei unendlichen Ewigkeiten ... und diese Scherben brachten selten Glück. Darum all diese Szenen bei E. Y. Meyer, in denen das Böse und das Lächerliche plötzlich aus dem Naiven schlüpft, ins Gerade-noch-Gerettete eines Lebens, das sonst schon schwer genug wäre. Darum sein Mitleiden in seinen Geschichten und in der Geschichte wie bei Jacob Burckhardt, der es mit den Opfern und Kostenträgern hält, gegen das freche hegelsche Antizipieren eines Weltplans. Und man komme mir hier nicht mit das sei doch von Gestern und Vorgestern: Die Darstellungen der Historiker von Kausalität und Notwendigkeiten enthalten immer noch im diffusen Hintergrund die metaphysische Devotion, ja der ganze Begriff der ‹Objektivität› selbst stammt von ihm ab – wie in den Schulbüchern die menschenfressenden Bandenkämpfe der ‹Familien› bequem in einer ‹Reichsidee› unterkommen, oder wie in den neudeutschen News, in denen noch der erwiesenste Gangster ein ‹Staatschef› bleibt. Es wäre das nämlich eine Geschichtsidee, in der jede krass-falsche Architektur noch Teil eines Weltplans bedeuten würde. Das kann nicht stimmen, das fühlt E. Y. Meyer. Darum hält er es eben auch hier, ein Beweis mehr, mit den Unterdrückten, geht vor gegen Heere von Architekten, die ihren Namen der Geschichte aufpressen wollen und dabei ganze Quartiere der Unlust bauen. – Denn wenn es eine fortschreitende Idee geben sollte, etwas, was auf ein Ziel hinführt, dann ist es am ehesten die Kulturgeschichte selbst. Und in und mit ihr versuchen wir Schreibenden eben doch ein wenig, ontogenetisch zu erleben, was phylogenetisch nach Lessing die Erziehung des Menschengeschlechts heisst. So tat und tut E. Y. Meyer, was er in der Kulturgeschichte tun kann: Er lernt, legt aus und schreibt. Und genau darum wird man ihn, wie es Stendhal bei sich selbst geahnt hat, auch in weiteren Jahrhunderten noch lesen – falls, und dagegen sollten wir trinken – kein Meteorit dahergeflogen kommt und uns alle vorzeitig in die Kälte des Alls schleudert: schwupp und weg und – Prost!
Samstag, 10. Oktober 2026
SALONFÄHIG?
Die NAZIS im DRITTEN REICH haben wenigstens versucht, die Ermordung der JUDEN möglichst zu vertuschen. Die HAMAS im GAZA-Streifen hat die Tötung der JUDEN am 7. Oktober nie versteckt ... und wurde bejubelt. (Das ist auch der Unterschied zu ISRAELIS: Dort wird die Tötung Unschuldiger nicht von einer Mehrheit bejubelt ...)
Freitag, 9. Oktober 2026
Donnerstag, 8. Oktober 2026
Sie: Ach ja ... Mitglieder der POLIZEI tragen in diesen Tagen erheblich dazu bei, dass sich hochrangige Täter des NS-Regimes der strafrechtlichen Verfolgung entziehen können. Typisch. Wie heute: Die Polizei hilft immer den Falschen. Und wenn es Monster sind, dann grad mit Verve.
Er: Döss habön sö nöcht gesögt!
DIE GÄNSEMAGD oder die Schillersche Brüste-Metapher von den »Halbkugeln einer besseren Welt« (Die vollen Brüste springen ...)
Vorgabe durch DR ("Erweitere die Zeilen zu einem Gedicht"):
O du Falada, da du hangest
[Oh du Phall ...: Ah-dà! Du hangest?!]
O du Jungfer Königin, da du gangest
[Oh du Jung-fuck Kö-nackt-in, da du gang-bist]
Weiterspinnerei durch ChatGPT:
O du Falada, da du hangest,
[Oh du Phall …: Ah-dà! Du hangest?!]
O du Jungfer Königin, da du gangest,
[Oh du Jung-fuck Kö-nackt-in, da du gang-bist]
O du Rösslein, da du springest,
[Oh du Röß-ling, da du sprengst und singst]
O du Windlein, da du singest,
[Oh du Windlein: Hui-da! Was du bringst!]
O du Krönlein, da du blinkest,
[Oh du Kröhnchen, da du blink-bist]
O du Märchen, da du hinkest,
[Oh du Märch-in: Hink! Häng! Kling!]
O du Falada, sprich noch einmal,
[Oh du Phall-ah: Sag's noch mal!]
Denn die Königin zieht durch den Saal —
[Die Kö-nackt-in geht: Tripp-trapp! Skandal!]
Mittwoch, 7. Oktober 2026
D'r Siggi von Hi(n)t(l)erpfutigen (fährt wieder mal betrunken mit seinem Privatauto): Brumm brumm, brumm brumm, tralla tralla tra ...
Seine Schnecke, der Hammen-Schinken: Halt, Siggi, halt!
Siggi hält, nicht ohne vorher noch eine Weinbergschnecke überfahren zu haben ...
Der Hammen-Schinken: Uh, Siggi, Siggi, du sollst nicht besoffen fahren!
Siggi: Dann fahr halt du!
Der Hammen-Schinken (fährt los, merkt aber nach zwanzig Metern, dass sie etwas mitschleift)
Beide steigen aus.
D'r Siggi: Uh, Schinki, du hast den Papst von I***en überfahren!
Schinki wird bleich und überlegt sich, ob sie damals beim Missbrauchsfall ihrer Nachbarin nicht besser dran getan hätte, etwas Mit-Tran gehabt zu haben ... Das hier scheint ihr eine Art Vergeltung ...
... UND AB-ER/SIE ...
GOtt: Ich verdamme euch hiermit!
Siggi & Schinki: Neeiiiiiin!
SO GEHT ES IN DER WELT
Warum gelten eigentlich die Gebrüder Skladanowsky nicht als Erfinder des Films? Gewiss hat sich der Cinématographe der Brüder Lumière als technisch praktikablere Variante und als Industriestandard durchgesetzt. Trotzdem haben die Skladanowskys zwei Monate vor der Vorführung in Paris bereits als Filme zu bezeichnende Lichtspiele in Berlin gezeigt. Es war die erste kommerzielle Filmvorführung überhaupt. Das boxende Känguru ist ein absoluter Klassiker und würde die Deutschen an sich vor die Franzosen setzen ... Das hat immerhin auch Wim Wenders so gesehen, der 1995 eine Hommage an das deutsche Brüderpaar verwirklichte: A Trick of Light. Aber die Welt ist eben die Welt. Man frage mal die SIMULTAN-Erfinder Elisha Grey*, Gottlieb Daimler oder Lothar Meyer. *Beim Telephon gilt es zu sagen, dass eigentlich weder Grey noch Bell es als Erste erfunden haben, sondern der Deutsche Philipp Reis bereits 1861. Er gab dem Gerät auch den Namen. Und kann zudem für den Umstand stehen, dass ab dem Industriezeitalter (wenn nicht schon zuvor) bis nach dem Zweiten Weltkrieg in den deutschen Staaten (Deutschland / Österreich-Ungarn / Schweiz) die meisten Erfindungen hervorgebracht wurden, die für die nachkommende Welt dann wichtig waren. Deutschsprachige Erfinder schufen die physische Grundlage etwa für die moderne Welternährung, die Luftfahrt und die Automobilindustrie. Aber selbst der Computer (von Konrad Zuse) oder die Vorform des Antibiotikums (durch Gerhard Domagk) kamen in deutschen Landen zur Welt. Das führte dann auch unter anderem dazu, dass die USA und weitere Alliierte nach dem Zweiten Weltkrieg den größten Patentraub der Geschichte begingen und massenhaft deutsche Patente einfach an sich rissen und verwerteten ... ingesamt fast 200'000 Patente. Denn wann man schon von Wiedergutmachungen reden möchte: Der Wert dieser geklauten Patente (nur durch die USA; nicht für Großbritannien, Frankreich und die Sowjetunion) wurde schon damals (!) auf mehrere Milliarden geschätzt ... was aber absichtlich zu tief angelegt war. Den Wert, den all diese Erfindungen bis heute entfalteten, müsste nach neuen Erkenntnissen in die Billionen geschätzt werden.
Dienstag, 6. Oktober 2026
Abonnieren
Posts (Atom)

