DAS UNBEHAGEN IN DER WELT
Ort: Ein alternatives Kollektivcafé in Berlin-Kreuzberg. Zwischen stickigen Zimmerpflanzen und Flohmarktmöbeln sitzen die beiden Frauen an einem wackeligen Holztisch, vor sich die neusten iPhone-Modelle.
Caro (lässt den Kopf auf die Hände sinken): Du, ich kann das alles einfach nicht mehr. Schon wieder eine 40-Stunden-Woche, nur um die horrende Miete für mein WG-Zimmer zu finanzieren. Der Spätkapitalismus saugt mir komplett die Lebensenergie aus.
Lara (nimmt einen tiefen Schluck Haferlatte und nickt energisch): Ich sag’s dir doch immer wieder: Einzig und allein der Sozialismus ist die richtige Gesellschaftsform. Das ganze System hier ist doch nur darauf ausgelegt, uns bis zum Burnout auszubeuten, damit ein paar CEOs sich die nächste Jacht finanzieren können.
Caro (erregt): Eben! Wenn die Produktionsmittel erst mal in unserer Hand sind, ist endlich Schluss mit diesem ewigen Leistungsdruck. Im Sozialismus müssten wir nicht mehr so schrecklich viel ackern. Da reicht es, wenn jeder das beiträgt, was er kann, und wir teilen die Arbeit fair auf. Vier Stunden am Tag den Gemeinschaftsgarten gießen oder hier im Café aushelfen – das wäre mein Maximum. Danach könnten wir endlich mehr shoppen.
Lara (zustimmend mit ihrem ganzen Körper): Absolut. Wir würden einfach bedarfsorientiert produzieren, anstatt für den Profit zu schuften. Weniger Bullshit-Jobs, mehr kollektive Freizeit. Endlich mal ausschlafen, ohne das schlechte Gewissen, dass man gleich wieder im Hamsterrad rennen muss. Ich würde mehr reiten oder verreisen, alle Länder der Welt besuchen!
Caro (lächelt matt): Ein Traum. Keine Deadlines mehr, keine toxischen Chefs, kein Hustle-Mindset. Nur noch Solidarität und ein gutes Leben für alle. Lass uns bitte ab morgen die Revolution starten, ich will einfach nur noch auf der Couch liegen und exotische Früchte essen.

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