Mittwoch, 26. August 2026

70 Jahre BRAVO (exakt HEUTE!) ... So erinnert sich die Schweizer Cipollata-Prominenz an Dr. Sommer 
Weit vor TikTok und Social Media war die Welt für Kinder und Jugendliche noch voller Wunder & Geheimnisse. Und obwohl meine erste Freundin, die mit mir dieselbe Schulklasse besuchte, ja selbst noch unter 16 war, kam ich mir vor meinem beginnenden 17. Lebensjahr wie zu jung und unreif vor in diesem Riesenbiotop voller Gefahren und Unbekanntem, als würde ich nur eine vorgegebene Rolle spielen – oder vielleicht noch eher, als wäre ich nur ein Zuschauer des Theaters meines eigenen Lebens ... Denn durch meine Eltern, vor allem aber meine Mutter, bekam ich vermittelt, dass das Leben bis zum Abschluss der Ausbildung nicht wirklich zähle ... und vor dem magischen Alter 16, quasi der Startschuss zum theoretisch erlaubten Sexleben (obwohl es zuvor ja auch schon stattgefunden hatte, aber zum Glück nie mit jemandem, der oder die mehr als drei Jahre älter war) war es eh nix mit Eine-Freundin-nach-Hause-Einladen, zumindest offiziell ... Eigentlich eine Dummheit, denn so machte man es halt einfach irgendwo an versteckten Orten, an denen wir auch mal unsittlich beobachtet wurden. 
Nun, um meiner Unsicherheit irgendwie zu begegnen, vor allem aber, um den Wundern & Geheimnissen zumindest im Hinblick auf die Sexualität auf die Spur zu kommen, hörte ich quasi wöchentlich am Montagabend bei RADIO Z der Sendung SEX NACH NEUN zu, wo (Sexpertin) Marta Emmenegger wie schon im BLICK die Sex-Fragen der Nation beantwortete. Diese Phase, die sich für mich ewiglich anfühlte, dauerte wohl circa zwei Jahre. Doch waren mir sowohl die Art, wie geantwortet wurde, als auch die Art der Fragen, viel näher als die Rubrik DR. SOMMER im BRAVO, das ich in meinem Leben nämlich nicht ein einziges Mal gekauft habe. Nur in den Lagern (Jungwacht-, Schul- und Musiklagern) lagen diese Heftchen immer mal herum und mein Hirn leckte sich einen Schleck Erinnerung für später auf ... Ach, so sehen diese Dinger aus. Ich ahnte, dass später viele darum ein großes Trara machen würden (ich war naseweis, lag aber oft richtig). 
Nur einmal hätte ich eine BRAVO fast gekauft. Aber nicht, weil ein Star drin war, den ich mochte. Ich habe nie für Stars geschwärmt – und schon gar nicht für berühmte Frauen (die waren mir zu weit entrückt, zu unnahbar). Auch habe ich nie Poster meiner Lieblingsbands aufgehängt; das war mir irgendwie immer zu blöd. Aber später, mit 16, lag in einem deutschen Antiquariat auf dem Land plötzlich das allererste BRAVO-Heft ever vor mir, eben jene Ausgabe vom 26. August 1956 – mit dem Cover, auf dem Marilyn Monroe irgendwie monsterclownmässig aussieht, weil es ein Schwarz-weiß-Bild ist, die Grafikabteilung aber ihren Mund rot nachgezeichnet hatte ... was dem Ganzen bis heute einen Gruseleffekt verleiht. Eine ganz andere Art von Gruseleffekt besaß die Frage auf dem Titelblatt: «Haben auch Marilyns Kurven geheiratet?» ... WTF?! Ich glaube diese extreme Dummheit und Misogynie haben mich dann davon abgehalten, das Heft zu kaufen, auch wenn es vergleichsweise preiswert gewesen wäre.
August 2026

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