VERBOTENE TEXTE I:
BUNKER NAHE SKAUGUM, 8. MAI 1945
Der Raum riecht nach kaltem Rauch, verbranntem Papier und dem bitteren Beigeschmack der endgültigen Niederlage. Ich bin betrunken. Draußen liegt etwas weiter weg der Fjord in trügerischer Stille, während drinnen die Welt, die ich mitaufgebaut habe, in Trümmern versinkt. Berlin ist gefallen. Der Führer ist tot. Und mit ihm das Reich, dem ich mein gesamtes Dasein verschrieben habe.
Ich sitze hier, die Dienstwaffe liegt greifbar vor mir auf dem Not-Schreibtisch. Bevor ich den letzten, unvermeidlichen Schritt gehe, blicke ich zurück auf den Weg, der mich hierhergeführt hat.
Es begann alles so hoffnungsvoll. Ich war jung, ein Elektriker aus Heinsberg, geprägt vom Ersten Weltkrieg und der Schandtat von Versailles. Wir suchten nach Ordnung, nach nationaler Größe, nach einem Heilsbringer. 1924/1925 fand ich diese Bestimmung in der NSDAP, bald darauf in der SA und dann der SS. Ich stieg auf, wurde Mitglied des Reichstags, übernahm das Kommando über SS-Oberabschnitte in Preußen. Ich glaubte unerschütterlich daran, dass wir eine neue Ära für Deutschland einleiteten. Ein Tausendjähriges Reich der Disziplin und Rasse. Dafür erweitere ich ja dann das Lebensborn-Programm auf den Norden und wurde gar Herausgeber und Mitautor einer Schriftenreihe im diesbezüglichen Verlag.
1940 schickte mich der Reichsführer-SS nach Norwegen. Als Höherer SS- und Polizeiführer Nord sollte ich hier die Ordnung sichern, die germanische Verbrüderung vorantreiben, den Widerstand im Keim ersticken. Ich habe meine Pflicht getan. Ich habe die Befehle ausgeführt, die Deportationen mitorganisiert, die Rassenpolitik mit eiserner Hand durchgesetzt. Für Zweifel war kein Platz im Kopf eines SS-Obergruppenführers. Ein Befehl war Gesetz. Treue war unsere Ehre.
Doch wo endet diese Treue heute? Sie endet in einer bedingungslosen Kapitulation. Die Alliierten stehen vor den Toren. Reichskommissar Terboven und ich – wir wissen, was uns erwartet. Ein Prozess vor einem feindlichen Gericht, die öffentliche Zurschaustellung, die Demütigung. Ein schmachvoller Tod durch den Strang der Sieger. Das ist kein Abgang für einen General der Waffen-SS.
Ich habe mein Leben dem Nationalsozialismus gewidmet. Wenn dieses Ideal stirbt, habe auch ich kein Recht und kein Begehren mehr zu leben. Ich bereue nicht die Härte, die ich gezeigt habe, aber ich sehe die absolute Sinnlosigkeit des Weiterlebens in einer Welt, die von unseren Feinden beherrscht wird. Der Vorhang fällt.
Es bleibt nur noch die letzte Pflicht an mich selbst: den Zeitpunkt meines Endes selbst zu bestimmen. Ein letzter Gruß an das Ideal, an das ich geglaubt habe.
Ich nehme die Pistole in die Hand. Das Metall ist kalt. Ein tiefer Atemzug. Es ist bald vorbei. Und die letzten Reste wird Terboven an die Wände sprengen.
Ich sitze hier, die Dienstwaffe liegt greifbar vor mir auf dem Not-Schreibtisch. Bevor ich den letzten, unvermeidlichen Schritt gehe, blicke ich zurück auf den Weg, der mich hierhergeführt hat.
Es begann alles so hoffnungsvoll. Ich war jung, ein Elektriker aus Heinsberg, geprägt vom Ersten Weltkrieg und der Schandtat von Versailles. Wir suchten nach Ordnung, nach nationaler Größe, nach einem Heilsbringer. 1924/1925 fand ich diese Bestimmung in der NSDAP, bald darauf in der SA und dann der SS. Ich stieg auf, wurde Mitglied des Reichstags, übernahm das Kommando über SS-Oberabschnitte in Preußen. Ich glaubte unerschütterlich daran, dass wir eine neue Ära für Deutschland einleiteten. Ein Tausendjähriges Reich der Disziplin und Rasse. Dafür erweitere ich ja dann das Lebensborn-Programm auf den Norden und wurde gar Herausgeber und Mitautor einer Schriftenreihe im diesbezüglichen Verlag.
1940 schickte mich der Reichsführer-SS nach Norwegen. Als Höherer SS- und Polizeiführer Nord sollte ich hier die Ordnung sichern, die germanische Verbrüderung vorantreiben, den Widerstand im Keim ersticken. Ich habe meine Pflicht getan. Ich habe die Befehle ausgeführt, die Deportationen mitorganisiert, die Rassenpolitik mit eiserner Hand durchgesetzt. Für Zweifel war kein Platz im Kopf eines SS-Obergruppenführers. Ein Befehl war Gesetz. Treue war unsere Ehre.
Doch wo endet diese Treue heute? Sie endet in einer bedingungslosen Kapitulation. Die Alliierten stehen vor den Toren. Reichskommissar Terboven und ich – wir wissen, was uns erwartet. Ein Prozess vor einem feindlichen Gericht, die öffentliche Zurschaustellung, die Demütigung. Ein schmachvoller Tod durch den Strang der Sieger. Das ist kein Abgang für einen General der Waffen-SS.
Ich habe mein Leben dem Nationalsozialismus gewidmet. Wenn dieses Ideal stirbt, habe auch ich kein Recht und kein Begehren mehr zu leben. Ich bereue nicht die Härte, die ich gezeigt habe, aber ich sehe die absolute Sinnlosigkeit des Weiterlebens in einer Welt, die von unseren Feinden beherrscht wird. Der Vorhang fällt.
Es bleibt nur noch die letzte Pflicht an mich selbst: den Zeitpunkt meines Endes selbst zu bestimmen. Ein letzter Gruß an das Ideal, an das ich geglaubt habe.
Ich nehme die Pistole in die Hand. Das Metall ist kalt. Ein tiefer Atemzug. Es ist bald vorbei. Und die letzten Reste wird Terboven an die Wände sprengen.

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