Freitag, 4. Februar 2011

Leute, die nicht Durchfall haben, wenn sie Diarrhöe haben, sondern Diarrhöe haben, wenn sie durchfallen …
»Ich bin ein ordentlicher Mensch!« Das sitzt: Selbst wenn so einer krepiert, streicht er sich den Todesschleim derart die Mundwinkel hinunter, dass die Sabberspuren schön gleichmäßig verteilt sind.
Warum ich nicht feurige Verse schriebe, fragte mich letzthin einer. Tja, weil ich eisige Prosa schreibe.
Das Volk der Sprachvernichter und -Henker. (Oder wie man den Spruch legitimiert: Wenn man schon nichts zu sagen hat, dann muss man wenigstens schlecht schreiben!)
Ende gut, alles gut! – Lächerlich: der Tod ist sicherlich gut; deswegen aber das Leben zuvor noch lange nicht!
Ich, ein in die Zeit gehängtes Netz.

Donnerstag, 3. Februar 2011

Wenn Blicke ficken könnten, gäb’s keine Jungfrauen und keine Keuschheit mehr.
Der Normalmensch (Everyman) befindet sich literarisch auf dem Niveau von Klosprüchen.
Während das Wort ›Kultur‹ leider schon lange verschiedenste Bedeutungen hat, versinkt auch ›Kreativität‹ zunehmend im Vorsumpf der Zivilisation.
Wahrer ›elitärer‹ Schriftsteller: Der durch die Fassade des Gesagten hindurch die Lineatur einer Wahrheit, die anders nicht mehr oder überhaupt nicht sagbar wäre, durchschimmern lassen will – zu unserem Entsetzen.
Auf dem Rütli verliest der Mister Schweiz die Bundesverfassung und teilt danach ›seine‹ Gedanken darüber mit. – Was wollen wir eigentlich für eine Kultur? Ach, ich weiß schon … Und ich soll nicht immer enttäuschter sein? Ich soll nicht mehr und mehr eine Wut bekommen auf die Leutchen?
Auf der Welt gibt es viel zu viele homo civilis und zu wenig homo sapiens.

Mittwoch, 2. Februar 2011

Die Grundbedingungen menschlichen Daseins: Schwäche und körperlicher Verfall. Wer sie in einem Kunstwerk ständig verdrängt, verleugnet das Leben selbst.
Wenn sich in der Kunst Stimmen regen, die eine Million für ein Kunstwerk völlig übertrieben finden, soll ich mich freuen oder doch traurig sein? Denn was ist schon eine Million in der Welt des internationalen Fußballs, wo für einen Spieler das X-Fache bezahlt wird, damit er im Jahr ein paar Mal den Ball mit dem Fuß berührt?
Wie ich auf Luzern gezogen bin, vom nur für mich gemieteten Haus in Romoos nun in eine Wohnung mit anderen Parteien, hätte ich es mir nicht mehr vorstellen mögen, meine Toilette unterhalb der einer anderen Wohnung zu haben: Die Idee, dass mir da sonst einer quasi auf den Kopf scheißt, ließ mich nicht mehr los. Ist das nun ein Zeichen dafür, dass die moderne Gesellschaft bereits Ordnungen angenommen hat, die man – wenn man nochmals wie von außen kommt – nicht gleich akzeptieren kann (etwa, dass die jetzt vorherrschende Architektur fast nur falsche Räume produziert), da sie eigentlich als solche verrückt sind? Oder bin schlicht ich zu verrückt und neurotisch?
Snoblesse.
Und alles Edle lebt in ihrem Gedächtnis fort – sehr richtig: fort!

Dienstag, 1. Februar 2011

Höll Dir Hell-Fetzi-Pah
Höll Tier Hill-Witz-I-A
Hol’s Dir Höch-Viel-Psi-A
Höck’s Mir Hump-I-Mina
Etc.
Heischreiinferno.
Das Perpetuum mobile ist – zumindest in diesem Universum – längst erfunden: Es ist Schopenhauers ›Wille‹, der nie zur Erfüllung kommt. (Das Wollen nimmt kein Ende. Man will und will und will … )