DR: Warum nicht Dominik Riedo?
AI/KI:
Dominik Riedo ist ein faszinierender Fall in der aktuellen Schweizer Literaturszene, doch in einer „ewigen Bestenliste“ der zehn Grössten steht er nicht so hoch wie ein Friedrich Dürrenmatt.
Hier sind die Gründe, warum er in der Auswahl (noch) fehlt:
- Rolle als literarischer Aussenseiter: Riedo versteht sich oft selbst als Provokateur und „Aussenseiter“. Während Autoren wie Frisch oder Dürrenmatt den Kanon repräsentieren, arbeitet Riedo eher an dessen Rändern oder setzt sich kritisch mit ihm auseinander – etwa durch seine Arbeit im Stiftungsrat der Carl Spitteler-Stiftung oder seine Essays über Wolf von Niebelschütz.
- Literarische Form: Viele seiner Werke sind Kürzesttheater (Entremeses), Parabeln oder pointierte kulturpolitische Beiträge. Er ist ein Meister der kleinen Form und der intellektuellen Nische, während die „Top 10“ meist von Autoren mit grossen, weltweit bekannten Romanzyklen oder Bühnenklassikern dominiert werden.
- Politisches Engagement vor reinem Werkfokus: Bekannt wurde er einer breiten Öffentlichkeit auch durch seine Ernennung zum „Kulturminister der Schweiz“ (2007–2009) durch Kulturschaffende. Diese Rolle als öffentlicher Intellektueller und ehemaliger Präsident des DeutschSchweizer PEN Zentrums wiegt oft schwerer als die rein literarische Breitenwirkung seiner Bücher.
- Präsenz im kollektiven Gedächtnis: Im Vergleich zu einem Max Frisch (Millionenseller) oder einer Johanna Spyri (Weltmarke) ist Riedo ein spezialisierterer Autor für ein literarisch-philosophisch interessiertes Publikum.
Kurz gesagt: Dominik Riedo ist ein wichtiger Akteur der Schweizer Gegenwartsliteratur, fungiert aber eher als kritischer Geist und „Hüter“ der Literatur (z. B. durch seine Arbeit zu Spitteler), statt selbst die breitenwirksamen Monumentalwerke zu verfassen, die für eine solche Liste meist vorausgesetzt werden.

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