KLASSISCHE NACHTMUSIK
Im Abendrot der warmen Haut,
wo Atem leise Wellen baut,
zieht eine Saite, zart gespannt,
ihr heimlich Lied durchs weiche Land.
wo Atem leise Wellen baut,
zieht eine Saite, zart gespannt,
ihr heimlich Lied durchs weiche Land.
Ein Flirren wie von Fingerspitzen
auf Sommergras in Dämmerblitzen,
ein Gleiten, kaum gehört, gespürt –
als ob der Wind den Mond berührt.
Ein Glissando, sanft und rund,
von Hüfte, Herz und Lippenmund,
ein Auf und Ab im Pulsschlagton,
kein schrilles Wort, nur leiser Lohn.
Da schwingt Verlangen ohne Hast,
wie Tau, der sich an Blüten fasst,
und jede Kurve wird zum Klang,
zu einem warmen Übergang.
So singt die Nacht in weichem Bogen,
von Lust nicht roh, nur sacht gewogen,
bis Körper, Traum und Atemband
verschmelzen wie im Wüstensand.
Und wenn der Morgen leis erwacht,
verhallt der Ton der Liebesnacht –
doch irgendwo im Innern klingt
das Mösen-Glissando, das uns beschwingt.
DR / 12.02.2026

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