Mittwoch, 17. Dezember 2025

Ich mag Ernst Jünger nicht besonders, aber manchmal war er geradezu prophetisch. So schrieb er am 5. Januar 1943, kurz vor der Niederlage der 6. Armee unter Friedrich Paulus in Stalingrad, als er im Kaukasus unterwegs war: Wer weiß, wann wieder einmal das Auge eines Deutschen auf diesen Wäldern ruht. Ich fürchte, dass nach dem Kriege große Teile des Planeten sich hermetisch abschließen. Und mit dem Eisernen Vorhang kam das denn auch so. Vor allem aber meint es, dass er vorausgewusst hat, dass Deutschland das Gebiet nicht werde halten können und den Krieg wohl verloren sei. – Außerdem schreibt er übrigens im selben Buch, den STRAHLUNGEN (1949), sehr offen über seine Abneigungen gegen das regelrechte Abschlachten von russischen Menschen. Man dürfe seinen Gegner nie wie Insekten behandeln. Was wiederum eine seltsame Formulierung ist, als er sich quasi ein Leben lang auch als Entomologe betätigte.

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