Montag, 17. September 2012

Der Trost des modernen Künstlers: Kann sich seine schöpferische Kraft in dieser speziellen Zeit nicht verwirklichen, weil erst der Zusammenklang von privater Phantasie und Zeitgeist ein Genie macht, das vorher und nachher nicht mehr möglich ist?
Was ich will (so unter anderem): Spiel und Erkenntnis. Erkenntnis durch Spiel? Spiel mit Erkenntnis?
Nur um das mal klarzustellen: Ich bin keine Diagnose; ich bin Symptom.
Überhaupt: die Neutralität. Die wurde Helvetien von den europäischen Großmächten einst aufdiktiert. Und jetzt gilt sie plötzlich als ›urschweizerisch‹. So spricht sich der Kranke Mut zu, sein Leiden habe er doch schon immer ganz sanft gehabt oder zumindest mache es ihm nichts aus. (Woraus man keine falschen Schlüsse ziehe: Ich bin gegen eine Armee.)
Warum hatte man im Zweiten Weltkrieg eigentlich das Gefühl, das ›Alpenmassiv‹ sei ›uneinnehmbar‹? Seit Jahrhunderten liefen doch die Franzosen, Russen, Österreicher und wer weiß wer alles noch nach Belieben drin ‘rum und bekämpften sich da. Aber so funktionieren Mythen. Oder die Dummheit, die nie auch nur ein paar Jahrhunderte zurückblickt.
Recht-haben-Wollen in der Frage nach dem Afterleben: Eigentlich könnten Gläubige doch einfach sagen: »Jaja, wir sehen es ja dann …«. Gerade sie aber kämpfen verbissen darum, ihre Version durchzusetzen.

Sonntag, 16. September 2012

Wenn ich das Wort ›Blocher‹ höre, zücke ich meinen Mob-Wisch.
Bin ich zu fest Hirnler?
Das Kampflied gegen die Apartheid-Ideologie in Südafrika war um 1980 Pink Floyds »Another Brick in the Wall, Part 2«; in Ost-Berlin sang man 1989 »Looking for Freedom« von David Hasselhoff: Sagt das nun etwas über die Deutschen aus? (Und wäre Peter Bichsel rassistisch, wenn er so etwas fragen würde?)

Samstag, 15. September 2012

Wenn ich das Wort ›Blocher‹ höre, zücke ich meinen Wischmopp.
Die Neidgenossen.
Scheint mein Schatten nicht besoffen?
Ist eine gute Arbeit nur eine solche, die weiter vorstößt als die wissenschaftlichen Annahmen, auf die sie sich stützt?

Freitag, 14. September 2012

Das Bébé: Wäh-bäh-wäh!
Der Rideaux: Ach hör doch auf, das hab‘ ich schon vor 38 Jahren gesagt, genau das. Immer diese Epigonen.
Das Bébé: Wäh-bäh-wäh!
Der Rideaux: Willst Du eine Urheberrechtsklage am Hals?!
Das Bébé: Wäh-bäh-wäh!
Der Rideaux: Scheiße, mutig ist es auch noch!
Motz-ART: die neue Straße der Kulturschaffenden.

Donnerstag, 13. September 2012

Kommunikation und Literatur: Alles direkt Mitteilbare ist doch eigentlich zweitrangig, und erst was sich unter all dem Mitteilbaren noch mitteilt, entscheidet, ob es mitteilenswert war bzw. bleibt oder nicht.
Brummbeeren.
Nichts ist für Rembrandt bezeichnender als das trotzige Selbstvertrauen und die stetige Energie, mit der er sich bemüht hat, seinem eigenen Wesen zum Durchbruch zu verhelfen. Eben – und immer wieder: Wie man wird, was man ist. Es ist ein K(r)ampf.
Ob alle Kön’ge pflögen Rat / Mit Weisen rings im Kranze, / Sie setzten nicht ein einzig Blatt / An eine Nesselpflanze! – Doch, heute schon. (Weit vorausgesehen haben die ›Gottesleutchen‹ nicht …)
Oft bin ich wie in stockfinsterer Nacht: Alles ist dunkel und man ist allein, die übrige Welt ist nicht. Dann aber eröffnet mir ein Buch wie ein Blitz in der Nacht eine Welt voll Riesentannen, die mit ihren schwarzen Armen am flammenden Himmel hangen – und danach ist man in noch dickerer Dunkelheit als zuvor – und man horcht nur noch atemlos, ob nicht das platzende Krachen endlich einsetzt.